Am Schauplatz

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Eine Reportage über österreichische Unternehmer und ihre Flucht aus der Ukraine.

„Wir kehren zurück und bauen nach dem Krieg alles wieder auf, denn es ist auch unser Land!“ Das sagen vier österreichische Manager aus den unterschiedlichsten Branchen, die etwa 20 Jahre in der Ukraine gelebt haben und nun mit ihren Familien nach Österreich flüchten mussten. Am Schauplatz-Reporterin Gudrun Kampelmüller hat die Auswanderer besucht.

Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Vater Erich haben die beiden Brüder Nils und Tobias Grolitsch aus Kärnten in den späten 1990er Jahren in der Ukraine eine Handelsfirma aufgebaut. Der florierende Betrieb beschäftigt 1200 Mitarbeitern in Schitomir.

Bügeltischfabrik von Innen. Recht im Bild zwei Bügelbretter auf dem Kopf gestellt, auf derm Tisch zur Bearbeitung in einer Halle.
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Bügeltisch-Fertigung

Die Firma Eurogold ist europäischer Marktführer bei der Produktion von Bügeltischen und Wäscheständern. In Spitzenzeiten liefen rund 1,6 Millionen Stück vom Band, jetzt steht das Werk still. „Ich glaube nicht, dass alles weg sein wird“, sagt Tobias Grolitsch, zuversichtlich, „auch wenn Bomben das Werk zerstören, wir kommen zurück und fangen wieder neu an“.

Thomas Brunner wiederum, studierte Handelswissenschaften in Linz und hatte schon immer ein Faible für Osteuropa. Seinen Zivildienst absolvierte er in Moskau, 2004 wurde er von einem Weltkonzern als Marketingleiter in die Ukraine geschickt. Damals habe er, so sagt er „dieses unglaublich weite Land, mit den dynamischen Menschen kennen und lieben gelernt“.

Thomas Brunner kommt aus Oberösterreich, er ist vor 17 Jahren in die Ukraine ausgewandert und betreibt dort eine große Schweinefarm (5000 Tiere) und baut eigenständig Getreide an.
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Thomas Brunner kommt aus Oberösterreich, er ist vor 17 Jahren in die Ukraine ausgewandert und betreibt dort eine große Schweinefarm (5000 Tiere) und baut eigenständig Getreide an.

Seit 16 Jahren führt er nun eine 1200 Hektar große Landwirtschaft und betreibt eine Schweinefarm in Timoshivka. Zwei Tage nach Kriegsbeginn hat er sein Zuhause schweren Herzens verlassen und ist mit seiner ukrainischen Frau und seinen beiden Kindern auf den elterlichen Hof nach St. Florian in Oberösterreich geflohen. Von dort versucht er seinen Betrieb am Laufen zu halten und hat mit Freunden eine großangelegte Hilfsaktion für seine zweite Heimat initiiert.