Erste Vampirin
Als untote Aristokratin reiste Elisabeth Báthory im 17. Jahrhundert durch die österreichische Hauptstadt und erledigte mit einem Biss ihre Opfer. Diese historische Figur hat die deutsche Regisseurin Ulrike Ottinger als Vorlage zu ihrer schwarzhumorigen Gesellschaftssatire „Die Blutgräfin“ inspiriert.

Báthory, die als die Urmutter der Vampire gilt, wird von der französischen Schauspiel-Ikone Isabelle Huppert gespielt. Sie wird als Mörderin verurteilt und taucht Jahrzehnte nach ihrem mysteriösen Verschwinden im heutigen Wien wieder auf. Gemeinsam mit ihrer treuen Kammerzofe Hermine, gespielt von der großartigen Birgit Minichmayr versucht sie ein gefährliches Buch aufzuspüren, das die Macht besitzt, alles Böse zu vernichten – einschließlich Vampiren. Das Duo begibt sich auf eine Schnitzeljagd entlang der prächtigen historischen Orte der Stadt und rekrutiert den melancholischen Neffen der Gräfin, einen Vegetarier-Vampir namens Rudi Bubi, sowie dessen Psychotherapeuten, um ihre Suche bis nach Böhmen auszuweiten.

Wien bietet sich als perfekter Schauplatz für Ottingers barocke, rauschhafte Kostümgroteske an: Gegenwart und Vergangenheit fließen ineinander, und die unterirdischen Gänge der U2 lassen sich mühelos mit der Habsburger Herzerlgruft, dem Café Hawelka, der Pestsäule oder dem Riesenrad verbinden.

Im Februar feierte die opulente Abenteuergeschichte auf der Berlinale Premiere. Bevor der Film regulär in den österreichischen Kinos anläuft, ist er bei der Viennale zu sehen.
TV-Beitrag: Sandra Krieger