Spannende Halbzeit
Die „Midterms“ könnten die Machtverhältnisse unter Donald Trump verschieben. Am 3. November wird in den USA gewählt. Sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat könnten sich neue Mehrheiten ergeben. Während Demokraten auf eine „blaue Welle“ hoffen, versucht Präsident Trump das Wahlrecht einzuschrän-ken.

Historisch betrachtet lässt sich ein Muster ablesen: Die Partei, die gerade nicht das Weiße Haus hält, legt in den Zwischenwahlen zu. Diesen November könnten die Demokraten die Kontrolle über beide Häuser des US-Kongresses zu-rückerobern – es werden das Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten und ein Drittel des Senats, der insgesamt 100 Sitze hat, neu gewählt. Trumps immer schwächere Umfragewerte unterstreichen diese geschichtsbasierte Annahme. Umfragen belegen, dass zurzeit gerade einmal ein Drittel der amerikanischen Wählerinnen und Wähler noch hinter dem Präsidenten steht.

Historisch hat der US-amerikanische Schriftsteller Richard Ford die Zwischenwahlen immer wieder als Seismografen für den Zustand der amerikanischen Seele genutzt. Der 82-Jährige, dessen Romane immer das Politische im Privaten spiegeln, zeigte sich nach Trumps erneutem Wahlsieg erschüttert.

Trotz seiner Frustration und der tiefen gesellschaftlichen Spaltung im Vorfeld der Kongresswahlen 2026 lehnt Ford Resignation ab. Sein Credo für liberale Amerikaner lautet: „Bleiben und sich der Lage stellen“ – also durch demokratische Teilhabe und Bürgersinn gegenzu-steuern, statt das Land abzuschreiben.


Sein 56-jähriger Kollege Dave Eggers, der in San Francisco lebt, ist deutlicher. Er prognostiziert einen massiven Einbruch der Republikaner und geht von einer regelrechten Erdrutschsieg der Demokraten aus.


Live im Studio begrüßt Clarissa Stadler den ehemaligen österreichischen Bot-schafter in den Vereinigten Staaten Martin Weiss.
TV-Beitrag: Sandra Ölz, Katja Gasser