Globaler Kulturkampf

Die Frankfurter Buchmesse

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Hier werden die großen Fragen der Menschheit verhandelt, versteht sich doch die Frankfurter Buchmesse nicht nur als Marktplatz für Zigtausende Neuerscheinungen. Schon seit Jahren positioniert sich die 1949 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gegründeten Messe bewusst als Ort des Diskurses, an dem polarisierende Debatten stattfinden.

Frankfurter Buchmesse 2026 Pavillon Gastland Tschechien
ORF

Gastland ist in diesem Jahr Tschechien, das mit der neuen Regierung unter Andrey Babiš eine rechtspopulistische Kehrtwende vollzogen hat. Schon die Eröffnungsrede des tschechischen Kulturministers Oto Klempir, dessen Politik heftig umstritten ist, war von heftigen Protesten begleitet.

Radka Denemarková im Interview
ORF

Die Schriftstellerin Radka Denemarková, die als eine von 75 AutorInnen das Gastland vertritt lieferte ein umjubeltes Statement: „Minister, die die Kultur vernichten, kommen und gehen, aber die Literatur bleibt.“ In Zeiten, wo Europa wieder „braun“ werde sei der Kampf um die Wortmacht auch ein Kampf um die Weltmacht. Eindringliche Töne kamen zum Auftakt auch von der US-amerikanischen Historikerin und Autorin Jill Lepore.

Jill Lepore Frankfurter Buchmesse 2026
Frankfurter Buchmesse/Gian-Luca Heiser

Sie, die in Frankfurt ihr neues Buch „Die Regierung der Maschinen“ vorstellt, sieht die Menschheit „auf des Messers Schneide der Geschichte“. Eine Gesellschaft müsse sich entscheiden, ob sie das Lesen, Schreiben und Denken Maschinen überlassen will.

Frankfurter Buchmesse 2026 Schild: Bücher sind die Wächter der Demokratie
ORF

Themen wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte sowie der Umgang mit weltweiten Konflikten und technologischen Umbrüchen stehen in diesem Jahr deutlich im Fokus. Etwa der britisch-französische Schriftsteller und Jurist Philippe Sands, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird.

Philippe Sands im Interview
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Der 65-Jährige ist weit mehr als ein Chronist völkerrechtlicher Missstände und Verbrechen. „Er ist ein engagierter Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt“, urteilte die Jury.

Julia Ebner und Katja Gasser im Gespräch
ORF

Oder etwa die österreichische Autorin und Extremismusforscherin Julia Ebner. Auf der Messe präsentiert die 35-jährige Wienerin ihr Buch „Von Fitness zu Faschismus“. Es ist ein alarmierender Weckruf über Gefahren extremer Männlichkeit. Eine Reportage aus Frankfurt.

TV-Beitrag: Katja Gasser & Sophie Weilandt

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