Ein europäisches und humanistisches Festival
Frei nach William Shakespeare – „Es ist was faul im Lande Salzburg“. Denn die kulturpolitischen Turbulenzen scheinen sich auch nach dem unrühmlichen Abgang von Intendant Markus Hinterhäuser fortzusetzen. Dem Abgesetzten folgt nun der Belgier Peter de Caluwe, den die u.a. mit Ex-Bundestheater-General Christian Kircher und Stardirigent Franz Welser-Möst hochkarätige besetzte Findungskommission allerdings nicht erstgereiht hatte.

Denn die Kommission hatte eine Doppelführung mit der Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und dem australischen Regisseur Barrie Kosky dem Kuratorium vorgeschlagen, wie wohlinformierte Insider auch schon in diversen Blättern kolportierten. Offiziell wurde diese Konstellation nie bestätigt und ist kurzfristig geplatzt. Eine zu teure Lösung, die Aufgabenverteilung, Differenzen zwischen den beiden Genannten, und was ist eigentlich mit der Schauspielleitung? Fragen dazu bleiben derzeit offen.

Am Freitag hat das Kuratorium unter der Leitung von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler den lachenden Dritten bei einer Pressekonferenz in Salzburg vorgestellt. In der Opernwelt ist Peter de Caluwe längst kein unbeschriebenes Blatt. Fast 20 Jahre leitete der 1963 in Ostflandern geborene höchst erfolgreich die Brüsseler Oper „La Monnaie“ und wurde erst 2025 mit dem „OPER! AWARD“ zum besten Opernhaus des Jahres gekürt. Mit seiner Werkauswahl, dem Anspruch und der Ästhetik der Produktionen hat de Caluwe Maßstäbe gesetzt und hat damit auch die junge Generation erreicht.

Der Vertrag der bisherigen Präsidentin Kristina Hammer wird um weitere fünf Jahre verlängert. Also alles eitel Wonne? Nein, denn in all diesen Drehungen und Wendungen platzte am Mittwochabend das Gerücht, dass der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz mit März nächstens Jahres möglicherweise abgeht. Sein Vertrag läuft mit März aus. Rückzug oder Rausschmiss? Fest steht, dass die Position im Herbst neu ausgeschrieben wird. Ob sich Crepaz, der als Schlüsselfigur den rund 400 Millionen Euro teuren Umbau der Festspielhäuser betreut, bewerben wird, ist zur Stunde offen.
Der kulturMONTAG über die jüngsten Entwicklungen der Salzburger Festspiele.
TV-Beitrag: Barbara Pichler-Hausegger, Katharina Huemer, Julia Fellerer