Der Heilige, der zu den Vögel sprach
„Je t’aime, Olivier, immense artist“ – „Ich liebe Dich, Olivier, Du überragender Künstler“ prangt auf rotem Hintergrund in der Salzburger Felsenreitschule: Regisseur Romeo Castellucci verbeugt sich tief vor dem Komponisten und – wie Castellucci sagt – Philosophen Olivier Messiaen. Der Italiener inszeniert „Saint François d'Assise“ bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule.

Olivier Messiaen hat acht Jahre lang an dieser Oper gearbeitet, in der Überzeugung, dass es sein letztes Werk sein würde. Wenn dem auch nicht so war – Messiaen hat die Uraufführung um neun Jahre überlebt –, so hat der Komponist damit doch sein Opus summum hinterlassen.

Sechs Stunden samt Pausen dauert das Stück, in dem „die wichtigste Rolle Vögel spielen“, so Maxime Pascal, der Dirigent der Aufführung. Denn Messiaen hat als Ornithologe die ganze Welt bereist, den Vögeln gelauscht und deren Gesang in Noten gesetzt An die 700 Vogelarten soll er an ihren Rufen und Gesängen erkannt haben. Als seinen „Mitbruder“ bezeichnete er den heiligen Franz von Assisi, „da er mit den Vögeln spricht“.

Philippe Sly singt den Saint François , eine Partie, die „in Wirklichkeit etwas sehr Sanftes, Weiches, gar Ergonomisches für die menschliche Stimme“ in sich hat, meint der kanadische Bassbariton.
TV-Beitrag: Barbara Pichler-Hausegger