Die feinfühlige Erzählerin
Monika Helfer galt als Kind schon als „lesesüchtig“. Die Begeisterung für Bücher hat sie von ihrem Vater geerbt. Von ihm erzählt sie in ihrem Buch „Der Bücherfreund“.

Geboren 1947 in Au im Bregenzerwald, wuchs sie in ärmlichen Verhältnissen in Vorarlberg auf. Ihren Erstling veröffentlichte sie mit 30 Jahren, ein paar Jahre später lernte sie ihren Mann den Literaten Michael Köhlmeier kennen. Im Gegensatz zu ihm, stand sie für die reduzierte literarische Form, mit Ausnahme ihres Buches „Wie die Welt weiterging“, das für den österreichischen Buchpreis nominiert war.

Früh erhielt Monika Helfer für ihre Bücher Auszeichnungen, der große Publikumserfolg stellte sich jedoch erst mit ihrer autofiktionalen Trilogie über die eigene Familie ein: ausgehend vom bitteren Leben ihrer Großeltern, über die Erzählung ihres Vaters und bis hin zum Bruder. Einen persönlichen Schicksalsschlag thematisiert sie auch in ihrem Roman „Bevor ich schlafen kann“. Darin verarbeitete sie den Tod der Tochter Paula Köhlmeier, die 2003 bei einer Wanderung verunglückte.

Die vielfach ausgezeichnete Autorin Monika Helfer ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren verstorben. Ihr Werk zeichnete sich durch sprachliche Klarheit und eine besondere Nähe zu den Figuren aus. Sie hinterlässt ein beeindruckendes literarisches Werk, geprägt auch von ihrer eigenen Familiengeschichte. Aber auch weit über das autofiktionale Erzählen hinaus zählte Monika Helfer zu den prägenden Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur.
„Wenige konnten das einfache Leben mit so viel Eleganz und Würde wiedergeben wie Monika Helfer“, schreibt Bundespräsident Alexander van der Bellen.
TV-Beitrag: Sophie Weilandt