Belarusische Protest-Klänge
Das diesjährige Programm der Salzburger Festspiele ist im Vergleich zum Vorjahr weniger politisch – mit Ausnahme der Eröffnung. Neben der mit Spannung erwarteten Rede der belarusischen Oppositionspolitikerin und Flötistin Maria Kalesnikava wird das Eröffnungskonzert von dem ebenfalls aus Belarus stammenden Dirigenten Vitali Alekseenok geleitet werden.

Der 35-Jährige lebt seit mehr als 10 Jahren in Deutschland, ist seit der Spielzeit 2024/25 Chefdirigent an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und sieht politische Positionierung als Notwendigkeit. Alekseenok hat sich 2020 an den Protesten gegen Langzeit-Machthaber Aljaksandr Lukaschenka beteiligt. Sein im Jahr darauf erschienenes Buch „Die weißen Tage von Minsk“ ist eine Chronik dieser Revolution. Darin erzählt er vom Leben unter dem Gewaltregime, von den politischen Repressionen, den Freiheitsbestrebungen und warum er weggegangen ist und nun einiges riskiert, um mitzuprotestieren.

Nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 fuhr er mit Hilfsgütern an die polnisch-ukrainische Grenze, um zu helfen und holte etwa den 84-jährigen ukrainischen Komponisten Walentyn Sylwestrow ab, der aus Kiew an die Grenze geflohen war. Seit 2021 leitet Vitali Alekseenok in der Ukraine das Charkiw-Musikfestival.
Über den Krieg in der Ukraine, der sich womöglich auf sein Heimatland ausweitet, aber auch über die politische Lage in Belarus sowie über die Kraft der Musik spricht Vitali Alekseenok im kulturMONTAG mit Peter Schneeberger.
TV-Beitrag: Imogena Doderer
