Zweigs Vermächtnis
Eine mehr als überraschende Kehrtwende: Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche-AG, verkauft nun jene Villa, das „Paschingerschlössl“ auf dem Kapuzinerberg in Salzburg, in dem der Schriftsteller Stefan Zweig 15 Jahre lang gelebt hat.

Und das, nachdem er das architektonische Prachtstück aufwendig renovieren ließ. Und: nachdem ihm der heftig umstrittene Tunnelbau zum Schloss trotz aller Widerstände aus unterschiedlichsten Richtungen genehmigt wurde.

Mit Bekanntwerden des Umstands, dass Wolfgang Porsche die geschichtsträchtige Immobilie nun verkaufen will, wurde eine inzwischen von vielen bekannten Kulturschaffenden unterstützte Petition gestartet, die eine öffentliche Nutzung der Stefan-Zweig-Villa in Salzburg fordert – die „Villa Europa“ sei nicht nur wichtiger Wohn- und Schreibort von Stefan Zweig gewesen, sondern bedeutender kultureller Treffpunkt, sie sei ein nicht hoch genug einzuschätzendes kulturelles Erbe eines Schriftstellers, dessen Name für Weltoffenheit, Völkerverständigung und ein friedliches Europa stehe.

Der Erwerb der Zweig-Villa sei, so die Petition, nicht nur eine Frage der Finanzierung, sondern der kulturellen Pflicht gegenüber künftigen Generationen. Als mögliche Käuferin bringt sich nun die Universität Salzburg ins Spiel.

Katja Gasser mit einem Lokalaugenschein.
TV-Bericht: Katja Gasser
Links:
- Porsche-Villa: Promis wollen öffentliche Nutzung - salzburg.orf.at
- Paschinger Schlössl
- Stefan Zweig Zentrum Salzburg
- „Stefan Zweigs Die Welt von Gestern“ - Bettina Egger, Stefan Zweig, Martina Wörgötter et. al.
- „Die Wolken von beiden Seiten gesehen“ - Klemens Renoldner
- Kulturangebote des ORF
- kulturMONTAG