Aufstand gegen Putin
Die Stimmung in Russland kippt - und zwar offenbar lawinenartig. Putin wird immer unbeliebter. Laut einer offenen Vertrauensumfrage des staatlichen Meinungsforschungsinstituts WZIOM erreichte Wladimir Putin im April 2026 nur noch 29 Prozent Zustimmung. Im Jahr davor hatte derselbe Wert noch bei über 70 Prozent gelegen. Da es sich um Daten eines staatlichen Instituts handelt, sind die tatsächlichen Stimmungen vermutlich deutlich kritischer.

Nach einem Frontalangriff auf Putin durch den regierungstreuen Blogger Ilja Remeslo tauchten im Netz hunderte Videos mit direkter und ungewöhnlich scharfer Kritik an Putin auf — etwas, das früher praktisch unvorstellbar gewesen wäre und garantiert Gefängnis bedeutet hätte. Die bislang weitgehend ausbleibende Reaktion von Polizei und Geheimdienst deuten Beobachter als mögliches Zeichen einer Schwächung des Regimes. Die wichtigsten Kritikpunkte scheinen inzwischen so weit verbreitet, dass der Kreml eine offene Konfrontation mit der Bevölkerung offenbar vermeiden will.

Im Zentrum der Kritik von Militärblogger*innen und überwiegend einfachen Bürger*innen stehen die sich verschärfende Wirtschaftskrise, ausufernde Inflation und Steuererhöhungen, zunehmende Repressionen, weitgehende Abschaltung des Internets und Militärzensur im ganzen Land, der endlose Krieg und die hohen Verluste der russischen Armee und die ukrainischen Schläge tief im russischen Inland und das dadurch entstehende Unsicherheitsgefühl.
TV-Beitrag: Roman Schell