Kein Lichtblick
Seit vier Monaten ist der Zuverdienst bei dem Bezug von AMS-Geldern verboten. Für viele nicht durchgehend Beschäftigte bedeutet das: Entweder soziale Absicherung oder Einkommen. Frauen, Alleinerziehende, Künstler:innen und Kultur- und Medienarbeiter:innen, deren Erwerbsrealität von unregelmäßigen und geringfügigen Tätigkeiten geprägt ist sind besonders stark betroffen. Auch wenn AMS-Chef Johannes Kopf jüngst eine positive Zwischenbilanz gezogen hat, hat sich die aktuelle Regelung für die ohnehin prekäre Situation von Kulturschaffenden drastisch verschärft.

„Anstatt die soziale Absicherung in Kunst- und Kulturberufen zu verbessern – wie im Regierungsprogramm angekündigt – wird sie faktisch untergraben“, warnt der Kulturrat Österreich und die IG Autorinnen Autoren. 1500 Kulturschaffende und mehr als 160 Kulturinstitutionen fordern in einem offenen Brief „das Zuverdienstverbot muss weg“. Laut der letzten großen Studie zur sozialen Lage dieser Berufszweige galten mehr als dreißig Prozent der Kulturschaffenden als armutsgefährdet – im Vergleich zu 14 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die Abschaffung der Zuverdienst Möglichkeit trifft etwa Beleuchter:innen, Schauspieler:innen oder Maskenbildern:innen bis ins Mark. Schließlich sei das Zubrot aufgrund der atypischen Beschäftigung für viele im Kulturbereich tätige Menschen die einzige Möglichkeit, finanziell über die Runden zu kommen. Wird somit der eigentliche Beruf zum Hobby, wenn Brotberufe zum Überleben notwendig sind? Welche kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen hat das auf die Branche? Hat man somit als Künstler, Künstlerin die Wahl zwischen Cholera oder der Pest? Der kulturMONTAG hat nachgefragt.

Live im Studio begrüßt Peter Schneeberger die Schauspielerin, Musikerin und Synchronsprecherin Pippa Galli, mit der er die Schwierigkeiten und Herausforderungen einer ganzen Branche analysiert.
TV-Beitrag: Ines Mitterer