BuchTIPP

1995 gelang Bernhard Schlink mit „Der Vorleser“ ein Welterfolg. Seither umkreist der Schriftsteller, Jurist und ehemalige Verfassungsrichter beharrlich ein Thema: Gerechtigkeit. In seinem neuen Essayband macht er klar, dass die großen Theorien darauf keine einfachen Antworten geben. Schlinks Befund ist nüchtern: Recht ist nicht gleich Gerechtigkeit.

Gesetze schaffen Ordnung, aber keine Moral. Was gerecht ist, entscheidet sich letztlich im Gewissen. Auch die Demokratie bietet keine Garantie. Fairness entsteht durch Verfahren – Wahlen, Gesetze, Gerichte. Doch am Ende entscheiden Mehrheiten. Und Mehrheiten können irren. Bernhard Schlink plädiert am Ende dafür, die Ungewissheit auszuhalten und Gerechtigkeit nicht als festen Zustand, sondern als fortwährende Aufgabe zu begreifen.
TV-Bericht: Imogena Doderer
eBook
208 Seiten (Printausgabe)
erschienen am 25. Februar 2026
im Diogenes Verlag.
978-3-257-61621-7