Aufwachsen im Mullah-Regime
Schon im März war der 54-jährige iranische Filmemacher Massoud Bakhshi mit seinem neuen Werk „All my Sisters“ zur Diagonale nach Graz eingeladen gewesen. Doch die bedrohliche, wie repressive Situation im Land verunmöglichte die Ausreise. Jetzt hat es Massoud Bakhshi nach Wien geschafft. Sein Film, für den er seine Nichten 18 Jahre lang mit der Kamera begleitet hat, ist eine einfühlsame Coming-of-Age-Dokumentation, die ihre Protagonistinnen ermächtigt und ernst nimmt.

Aus den Kindern werden Teenager, deren Alltag zunehmend von Regeln, Verboten und Fragen nach Freiheit bestimmt ist.

Es sind intime Beobachtungen bis in das Jahre 2022, als die Mädchen die Rufe „Frau, Leben, Freiheit“ hören und sie wenig später selbst vom Dach eines Hochhauses rufen. Aus der Gegenwart blicken sie auf ihre Kindheit zurück, die Fragen erscheinen größer und klarer denn je.

„All my Sisters“ verhandelt weibliche Selbstbestimmung und politischen Widerstand im Iran und zeigt, wie sich Widersprüche leise, schleichend und sehr persönlich formen.

Das Leben mit Unterdrückung, Gegenwehr und Krieg sowie die Zukunft der Iranerinnen und Iraner hat Christian Konrad mit Massoud Bakhshi im Gespräch beleuchtet.
TV-Beitrag: Christian Konrad