Entdecken & Sammeln
1876 gründete Kaiser Franz Joseph I. das Naturhistorische Museum Wien und berief den Geologen Ferdinand von Hochstetter als dessen ersten Direktor. Heute beherbergt das Haus mit mehr als 30 Millionen Objekten eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen der Welt.

Ein einzigartiges Archiv für die Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens, das die Geschichte und den Aufbau unseres Planeten dokumentiert und die Vielfalt des Lebens auf der Erde beleuchtet.

Bis heute treibt Wissenschafter:innen die Lust am Sammeln und die Entdeckungs- wie Forscherfreude Freude an. Zum 150 Jahr Jubiläum will Direktorin Katrin Vohland aber auch die Schattenseiten beleuchten und hält eine kritische Rückschau auf die eigene Geschichte. In der Ausstellung „Gutes Sammeln – Böses Sammeln“ wird u.a. die Provenienzforschung oder der Umgang mit dem kolonialen Erbe ins Zentrum gerückt.

Österreich war zwar selbst nie Kolonial-Macht, hat aber durch Kooperationen sehr wohl vom Kolonialismus profitiert – und dem NHM wurden im 19. Jahrhundert so manche Sammlungen unter fragwürdigen Bedingungen „geschenkt“. Auch in der NS-Zeit hat das Museum einige Objekte von jüdischen Sammlern, die enteignet, vertrieben oder gar ermordet wurden, in die Sammlung aufgenommen.

Wie geht man zeitgemäß mit einer solchen Sammlung um, zu der unter anderem auch human remains gehören und wie hat sich die Wahrnehmung des „Exotischen“ im Laufe der Zeit verändert?
TV-Beitrag: Stefanie Simpkins