Balladen & Pop-Hymnen
Bevor im Wonnemonat Mai ganz Europa komplett, oder zumindest fast durchdreht und 170 Millionen Menschen aus 35 Nationen den Eurovisions-Songcontest feiern, der zum 70 Jahr Jubiläum in Wien ausgetragen wird, hieß es am 20. Februar erst einmal „Vienna Calling“. Bei dem nationalen Vorentscheid traten 12 Acts an, um Österreich bei der größten Musikshow der Welt zu vertreten.

Eine hochkarätige Fachjury und das Publikum selbst bewerteten die Darbietungen von Anna-Sophie, Bamlak Werner, Cosmó, David Kurt, Frevd, Julia Steen, Kayla Krystin, Lena Schaur, Nikotin, Philip Piller, Reverend Stomp und Sidrit Vokshi. Jury- und Televoting zählten jeweils zu 50 Prozent. Erst danach stand fest, wer Österreich beim Heimspiel des ESC vertreten darf.

Alice Tumler und Cesár Sampson führten durch den „Vienna Calling“- Abend. Das Rennen machte Cosmó. Der erst 19-jährige Burgenländer vertritt Österreich beim 70. Eurovision Song Contest in Wien. Er überzeugte in der ORF-Show „Vienna Calling“ nicht nur die Jury, sondern vor allem auch das Publikum mit dem Song „Tanzschein“.

Wird Cosmó im Mai den „Sch...“ für Österreich gewinnen, wie es Moderator Andy Knoll einst so legendär formulierte? Bevor der Rummel rund um Proben, technische Abläufe, Pressekonferenzen und Fotoshootings so richtig losgeht, taucht Cosmó gemeinsam mit dem kulturMONTAG-Team in die Geschichte des ESC ein und besucht die gefeierte Kultshow „Eurobronski“ im ebenso kultigen Wiener Theater Bronski & Grünberg.

Lange bevor Countertenor JJ mit seinem bombastischen „Wasted Love“ den ESC gewonnen hat, lieferte die Wiener Avantgarde-Bühne im Alsergrund Anfang 2025 mit „Eurobronski“ eine trashige Hommage an die Hoch-Zeit des Eurovision Song Contests der 60er, 70er und 80er Jahre. Ein „Walking down the memory lane“ in eine Vergangenheit, als der Bewerb noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ hieß und nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmerländern aufwies.

Im Bronski & Grünberg treten 13 Nationen mit klassischen ESC-Hadern gegeneinander an. Von der beinahe manischen Performance des norwegischen Duos Bobbysocks mit „La det swinge“ über Celine Dions ventilatorwindunterstütztem Schweiz-Beitrag „Ne partez pas sans moi“ bis zum schwedischen Brüdertrio Herrey's und ihrem wie auf Speed performten Hit „Diggi-loo Diggi-ley“ reicht die schrille Parade.

Was vermutlich nur Fachleute erkennen können: Das herausragende Ensemble tanzt ausschließlich die Originalchoreografien und in den original nachempfundenen Kostümen. Eine humorvolle, aber niemals abwertende Persiflage von Regisseurin Ruth Brauer-Kvam und Bronski-Mitbegründerin, Texterin, Schauspielerin und Sängerin Julia Edtmeier, die nicht nur eingefleischten ESC-Fans Laune macht.
TV-Beitrag: Nadine Rosnitschek & Stefan Schlager