Im ersten Licht
Ein Axthieb entscheidet über Adrians Leben. Vom eigenen Vater mit Gewalt kriegsuntauglich gemacht, bleibt der Hauptfigur in Norbert Gstreins neuem Roman „Im ersten Licht“ ein lebenslanges Hinken – und die Rolle des Beobachters. Adrian erlebt die beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit aus der Distanz, umgeben von Versehrten, Zeugen und Tätern. Dass er selbst nie im Krieg war, wird ihm zur persönlichen Bürde.

Der Roman verbindet psychologische Tiefenschärfe mit gesellschaftlicher Analyse. Der gebürtige Tiroler Norbert Gstrein stellt die unbequeme Frage nach der eigenen möglichen Täterschaft. Im Zentrum stehen nicht laute Erzählungen, sondern das Ungesagte, die Brüche und Ambivalenzen der Wirklichkeit.

Der kulturMONTAG traf den gefeierten Schriftsteller im Hamburger Schanzenviertel.
TV-Beitrag: Imogena Doderer