Tor zur Arktis
Am Rande Europas gelegen gilt Oulu als nördlichste Großstadt der EU und als Tor zur arktischen Natur. Unter dem Motto „Kultureller Klimawandel“ will die fünftgrößte Stadt Finnlands neue Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft eröffnen.

Mehr als 3.000 Veranstaltungen sollen, das ganze Jahr über Menschen zusammenbringen – Einheimische und Besucher. Kein Tag ohne Kultur. Programm-Schwerpunkt des Kulturhauptstadtjahrs ist die Geschichte und die Kultur der Samen. Heute leben in Finnland noch etwa 10.000 Angehörige dieser indigenen Volksgruppe.

Neben einer Ausstellung, die die oft schwierige Balance der Samen zwischen jahrhunderteralter Tradition und modernem Alltag thematisiert, wird auch eine Opern-Uraufführung mit Spannung erwartet: „Ovllá“ heißt das Werk, das die Unterdrückung der Samen beleuchtet.

Zu den Stars des Kulturjahrs zählt der „Mieskuoro Huutajat“ – der Chor der schreienden Männer.

Der Name ist Programm: Ob Gedichte von Schiller, die Schlussakte der Helsinki-Konferenz oder ein griechisches Wiegenlied – die Herren im Anzug mit Autoreifenkrawatten schreien sie hinaus in die Welt und haben seit ihrer Gründung 1987 Kult-Status erreicht.

Piia Rantala-Korhonen, die Leiterin des Kulturhauptstadtprogramms Oulu 2026, will einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Nächstes Jahr soll niemand mehr so über Oulu denken wie vor unserem Jahr als Kulturhauptstadt.“
TV-Beitrag: Heike Kruse