Der Anfang vom Ende?
Vergangene Woche ist der Kunstmarkt in Österreich durch die Schließung dreier Kunstmessen deutlich erschüttert worden.

Die „Art & Antique“ kann in der Salzburger Residenz aus Denkmalschutzgründen nicht mehr stattfinden, und das, obwohl die Traditionsmesse seit 50 Jahren während der Osterfestspiele für zusätzlichen Umsatz sorgte.

Nach dem Aus der renommierten „viennacontemporary“, die mit einem zu hohen Schuldenstand zu kämpfen hat, ließ auch die „Spark Art Fair Vienna“ verlautbaren, dass sie im März nicht wie geplant stattfinden werde. Man wolle sich neuorientieren.

Laut aktuellen Analysen erlebt der globale Kunstmarkt eine prekäre Phase mit geschrumpften Umsätzen, angetrieben durch weltweite wirtschaftliche wie geopolitische Unsicherheiten, durch Kriege oder etwa durch Trumps Zolldrohungen. Zum zweiten Mal in Folge, wie aus dem Kunstmarktbericht der Schweizer Bank UBS und der Kunstmesse Art Basel hervorgeht, sind die weltweiten Umsätze geschrumpft.
Dass der internationale Kunstmarkt stagniert und sich im Umbruch befindet, wird auch im aktuellen Deloitte Art & Finance Report konstatiert. Die Jahresbilanz der Kunstmessen 2025 führt zu einer Neuorientierung. Sie zeigt welche Standorte tragen und welche sich überschätzen.

Erfolg ist 2025 kein Automatismus von Größe oder Tradition mehr, sondern das Resultat politischer, steuerlicher und strategischer Vernunft. Kunstmessen funktionieren dort, wo Marktgröße, Steuerpolitik, Timing, urbane Kooperationen und geopolitische Ambition zusammen gedacht werden.
Während die alteingesessene Art Basel in der Schweiz einen deutlichen Umsatzrückgang feststellen musste, sucht die Marke Art Basel im arabischen Raum nach neuer Kundschaft. Anfang Februar findet die renommierte Messe erstmals in Qatar in Doha statt. Europas Probleme sind nicht mangelnde künstlerische Relevanz, sondern mangelnde kulturpolitische Koordination.

Österreich ist im internationalen Vergleich ein kleiner Markt mit einem strukturell überdimensionierten Messeangebot. Allein im vergangenen Jahr fanden 13 Messen statt. Wo liegen die Probleme begraben, durch welche Maßnahmen könnte der Kunstmarkt hierzulande wieder in Schwung kommen?
Der kulturMONTAG hat sich in der Szene umgehört.
TV-Beitrag: Harald Wilde & Stefanie Simpkins