Keine Zukunftsmusik
Was verbindet Adele, Bob Dylan, Billie Eilish, Elton John, Sting oder Taylor Swift? Sie alle sind in bei dem weltgrößten Musik-Konzern Universal unter Vertrag. Das Label, das im Vorjahr für einen Umsatz von rund 12 Milliarden Euro sorgte, öffnet nun Tür und Tor für das Training von Künstlicher Intelligenz mit Werken seiner Musiker:innen.

Universal Music schloss soeben eine Vereinbarung mit der Plattform Udio, bei der man KI-Songs aus Text-Vorgaben der Nutzer:innen erstellen kann. Damit wird die Klage gegen Udio wegen des Vorwurfes der Urheberrechtsverletzung beigelegt. Denn die Musikfirmen argumentierten, dass die KI-Dienste dafür unerlaubt urheberrechtlich geschützte Aufnahmen verwendet hätten, ohne die Kunstschaffenden dafür zu entschädigen. Mit der Vereinbarung ist nun alles Geschichte.

Das Auftauchen solcher Dienste weckt in der Branche Befürchtungen, Unmengen am Computer erzeugter Musik könnten den Kreativen das Leben schwer machen. Das Gegenargument dazu ist, dass KI nur ein Werkzeug bleiben werde, das menschliche Kreativität nicht ersetzen könne. Testet man die neueste Version von Suno, dann lassen sich ganz mühelos und simpel mit wenigen Stichworten Songs im Stile von Beyonce, Ed Sheeran oder gar Caetano Veloso kreieren.

Die Forschungs- und Produktteams sollen laut Mitteilung von Universal eng mit dem Label und seinen Musikschaffenden zusammenarbeiten. „Gemeinsam werden sie neue Konzepte für die Aufnahme und Komposition von Musik erforschen, Einblicke in die Bedürfnisse der Künstler gewinnen und besser verstehen, wie Künstler diese Technologien anwenden und mit ihnen umgehen“, heißt es. Doch wo bleibt dabei der kreative Genius des Menschen? Und kannibalisiert sich die Musikszene damit nicht auf Dauer?

Der kulturMONTAG hat sich in der heimischen Musikbranche umgehört.
TV-Beitrag: Ines Mitterer