Undurchschaubares Vexierbild

Thea Ehre im Film „Bis ans Ende der Nacht“

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Dass mit Österreich auf dem internationalen Filmparkett immer zu rechnen ist, das stellte erst jüngst die Oberösterreicherin Thea Ehre unter Beweis. Für ihr Kinodebüt „Bis ans Ende der Nacht“ in der Regie des Berliners Christoph Hochhäusler wurde die 23-jährige Welserin mit dem Silbernen Bären für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Filmstill "Bis ans Ende der Nacht"
Heimatfilm/Reinhold Vorschneider

Der Thriller ist ein klassischer Film noir, der mit Identitäten und Täuschungen jongliert, Fährten ins Unwägbare mit höchst widersprüchlichen Figuren legt. Ein düsteres Melodram, das atmosphärisch mit alten Schlagern, von Zarah Leander bis Hildegard Knef aufgeladen ist. Das erinnert an Rainer Werner Fassbinders Filme: der Einsatz von Farben und Spiegeln, die Machtgefüge in Beziehungen und das Spiel um Identitäten.

Filmstill "Bis ans Ende der Nacht"
Heimatfilm/Reinhold Vorschneider

Thea Ehre spielt Leni, die auf Bewährung vorzeitig aus dem Knast entlassen wurde. Im Gegenzug soll sie dem verdeckten Ermittler Robert helfen, das Vertrauen eines Gangsters zu gewinnen. Leni kennt Robert von früher, als sie noch Leonard hieß und für ihn gearbeitet hat. Die Transition zur Frau hat Leonard mit Dealen finanziert und wurde dabei erwischt. Nun sollen die beiden wieder zusammenarbeiten und wie ein echtes Paar wirken, das sie früher tatsächlich mal waren, als Leni noch ein Mann war. Robert verabscheut ihr neues Ich und lässt sie das spüren. Für Leni selbst steht viel auf dem Spiel, denn nur wenn der Großdealer gefasst wird, bleibt sie in Freiheit.

Thea Ehre
ORF

Genau wie die Figur im Film ist auch Thea Ehre trans, sie wurde als Bub geboren, empfindet sich aber als weiblich.  2021 war sie Teil der Aktion #ActOut, bei der sich 184 weitere LGBTQI Künstler und Künstlerinnen outeten, die sich nicht heterosexueller Orientierung und Identität zugehörig fühlen. „Bis ans Ende der Nacht“ ist erst ihr vierter Film – und TV-Auftritt. Sie spielte in der Amazon-Serie „Luden“, die nach wahren Ereignissen ins Rotlichtmilieu von St. Pauli führt, sowie in der ORF-Serie „Vorstadtweiber“.

Thea Ehre
ORF

Bevor sich die Oberösterreicherin, die keine Schauspielschule absolviert hat, auf ihre Karriere als Darstellerin konzentrierte, war sie als Performancekünstlerin aktiv, u. a. am Volkstheater Wien. Mit Leib und Seele ist Ehre eine (Trans-)Aktivistin, die für eine Welt von Vielfalt und Empathie eintritt. Ihre Geschichte stellt sie offen in den Dienst einer größeren Sache. Den „Bären“ widmete sie der Trans-Community und ihren Eltern, die sie immer in allem unterstützt haben. Jetzt kommt der preisgekrönte Film ins Kino.

TV-Beitrag: Alexander Bogner

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