Lebhafter Lesemarathon

Der Bachmann-Wettbewerb

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Gerade waren's noch 14, jetzt sind es plötzlich nur noch 12 - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den 47. Tagen der deutschsprachigen Literatur. Noch dazu sind zwei potenzielle Sieger-Kandidaten aus Österreich abhandengekommen. Während die Salzburgerin Helena Adler wegen einer dringenden medizinischen Behandlung kurzfristig absagen musste, bliebt ihr Tiroler Kollege Robert Prosser dem renommierten Wettlesen aus persönlichen Gründen fern.

Bachmannpreis 2023
ORF/Johannes Puch

Der Lesemarathon war in diesem Jahr paritätisch aufgestellt, ritterten doch sechs Autorinnen gegen sechs Autoren in Klagenfurt am Wörthersee u.a. um den mit
25 000 Euro dotierten Bachmann-Preis. 

Anna Felnhofer
ORF/Johannes Puch

Aus der österreichischen Community mit dabei: Die Wienerin Anna Felnhofer ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine klinische Psychologin und Wissenschaftlerin. Schon als Kind habe sie geschrieben und immer davon geträumt, vielleicht einmal ein Buch zu veröffentlichen. Im Alter von 37 Jahren war es dann so weit, als 2021 ihr Debütroman „Schnittbild“ es gleich auf die Shortlist des Österreichischen Buchpreises schaffte.

Mario Wurmitzer
ORF/Johannes Puch

Für den Mistelbacher Mario Wurmitzer mit Wohnsitz in Wien ist das Werk der Namensgeberin des Preises zeitlos aktuell. Der studierte Germanist und Historiker hat als Autor zunächst Prosa geschrieben und hat auch das Theater für sich entdeckt. Seine Stück „La notte italiana - Die Reise ans Ende der Gleichgültigkeit“, das 2024 uraufgeführt wird, ist eine zeitgenössische Überschreibung von Horváths „Italienische Nacht“ und als satirische Auseinandersetzung mit dem Zustand der Sozialdemokratie in Österreich angelegt.

Andreas Stichmann
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Der Deutsche Kollege Andreas Stichmann ging zum zweiten Mal ins Rennen um den renommierten Bachmannpreis, er zählte neben

Jacinta Nandi
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Jacinta Nandi zu den bekannteren Namen im diesjährigen Teilnehmerfeld. Die aus London stammende und in Berlin lebende Kolumnistin und Autorin veröffentlichte zuletzt den Band „50 Ways to Leave Your Ehemann“.

Laura Leupi
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Aus der Schweiz wurde dieses Mal nur eine Kandidatin eingeladen: die Theaterschaffende und Kulturjournalistin Laura Leupi.

Martin Piekar
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Auch zwei Lyriker aus Frankfurt stellten sich den Jurymitgliedern und ihren teils schonungslosen Urteilen: Martin Piekar

Yevgeniy Breyger
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und der aus der Ukraine stammende Yevgeniy Breyger.

Mithu Sanyal, Insa Wilke, Thomas Strässle
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Unter dem Vorsitz von Insa Wilke fanden sich in der Jury auch Neulinge: die bekannte deutsche Schriftstellerin & Journalistin Mithu Sanyal und der Schweizer Literaturwissenschaftler und Kritiker Thomas Sträßle. Mit taktischen Abstimmereien war heuer Schluss. Denn zu Beginn der Preisvergabe am Sonntag mussten die Juroren ihre Wertungspunkte live abgeben. Der Bachmannpreis 2023 ging an Valeria Gordeev.

Valeria Gordeev
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Die deutsche Schrifststellerin hat die Jury mit einem absurd komischen Text überzeugt: Es geht um einen jungen Mann, der mit neurotischer Perfektion den Küchenabwasch putzt. Der Bachmann-Preis ist der erste große Preis für Gordeev, die eigentlich Mathematik und Illustration studiert hat. Auch sonst ist der Lebensweg der Künstlerin höchst ungewöhnlich. Gordeev ist als Staatenlose auf die Welt gekommen, nachdem ihre Eltern in den 1970er-Jahren aus der Sowjetunion nach Deutschland ausgewandert waren.

Valeria Gordeev ist live bei Peter Schneeberger im Studio zum Gespräch.

TV-Beitrag: Katja Gasser

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