Pferde, Hunde & die Würmer

Die DNA der Oberösterreicher

Werbung

Covid-19 verunsichert, spaltet und belastet. Und das schon seit fast zwei Jahren. Der Dschungel an widersprüchlichen Informationen ist weitläufig und scheint undurchdringlich. Fake News und aus dem Zusammenhang gerissene Forschungsergebnisse werden zu gefährlichen Stolperfallen. Oberösterreich ist zurzeit das Bundesland mit der geringsten Impfquote.

Plakat gegen Impffplicht
APA/fotokerschi.at. / Kerschbaummayr

Hier ist die Nachfrage nach „alternativen Heilmitteln“ groß, wie etwa nach einem Entwurmungspräparat für Hunde und Pferde, das die FPÖ propagiert hat. Während in vielen europäischen Ländern, wie Spanien oder Portugal die Corona-Situation aufgrund hoher Impfquoten unter Kontrolle ist, steuern Österreich, die Schweiz und Deutschland auf eine Katastrophe zu. Die Intensivstationen sind voll, ein Rückgang der Infektionen nicht in Sicht - und die Impfquote ist niedrig. Hat der Alpenraum ein Impfproblem?

Werk von Josef Haderer zeigt erde mit Maske
ORF

Ursachen für den unterschiedlichen Zugang zur Corona-Situation sind mannigfaltig. In den alpinen Regionen Europas gibt es zum einen starke föderale, demokratische Traditionen. In diesen Territorien, in den Alpentälern, haben sich über Jahrtausende selbstverwaltete sprachliche Gemeinschaften gebildet. Doch dann kam die Zentralstaatlichkeit, Männerbünde entwickelten die Idee des föderalen Bundesstaates, der sich nach dem totalitären NS-Regime auch in Österreich durchsetzte. Andererseits gibt es historisch eine starke Verbindung zu Verschwörungsmythen. Zum Beispiel zum Antisemitismus: der Austrofaschismus, der italienische Faschismus ab 1919 in Mailand oder die Gründung der NSDAP in Bayern. Widerstand gegen die allgemeinen Impfpflichten hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Die Salpeterer-Unruhen im heutigen Baden-Württemberg im 19. Jahrhundert richteten sich gegen die Pockenimpfungen, auch in Tirol gab es Aufstände gegen das Impfen.

Letztes Wochenende protestierten Impfgegner in ganz Österreich. Rund 6000 Menschen gingen am Sonntag in Linz auf die Straße, wird doch der neuerliche Lockdown wie die Impfpflicht als Provokation empfunden. „Impfen ist Mord“ war etwa in einer Leuchtschrift auf einem Bus des Oberösterreichischen Verkehrsbundes zu lesen. Woran das liegt und wie die DNA des „gemeinen Mostschädels“ aussieht, hat der „kulturMontag“ bei einheimischen Künstlern,

Gerhard Haderer
ORF

wie dem Karikaturisten Gerhard Haderer und dem Dichter Franzobel erfragt.

TV-Beitrag: Julia Fellerer & Sophie Weilandt

Links: