
True Stories: Landverbrechen im Herzen der Wachau
Ein spektakulärer Mordversuch in der malerischen Marktgemeinde Spitz an der Donau, im Herzen der Wachau, einem landschaftlichen und kulturellen Juwel Österreichs, hat vor knapp 20 Jahren das ganze Land in Atem gehalten.
Im Februar 2008 findet Hannes Hirtzberger, der damalige Bürgermeister, eine Grußkarte und eine Praline auf seinem Auto. Am nächsten Morgen isst er die Süßigkeit. Wenig später bricht er zusammen.
In seinem Körper wird Strychnin gefunden. Hirtzberger überlebt nur knapp – und wird nie wieder in sein früheres Leben zurückkehren. Jemand wollte den Bürgermeister töten. Aber wer? Und warum?

Die Suche nach dem Täter führt mitten hinein in die Wachau. Eine Region, die von ihrer Schönheit lebt – von Wein, Tourismus und einer Landschaft, die über Generationen bewahrt wurde. Hirtzberger selbst hat sich für ihren Schutz eingesetzt. Doch wo wenig Platz für Neues ist, wo Grund und Boden heiß begehrte Mangelware sind, wird die Frage, was gebaut werden darf und was erhalten bleiben soll, schnell auch zu einer Frage, bei der es ums große Geschäft geht. Und nicht minder schnell um Macht und Politik.

Die Ermittler stoßen auf Gerüchte, alte Konflikte und schließlich auf einen Mann, der am Ortseingang von Spitz große Pläne verfolgt. Aus einzelnen Spuren entsteht langsam ein Verdacht. Und aus einem scheinbar idyllischen Ort wird eine Gemeinschaft, in der plötzlich jeder jeden mit anderen Augen betrachtet.

„Landverbrechen im Herzen der Wachau“ erzählt nicht nur von einem außergewöhnlichen Giftanschlag, sondern von einer Region zwischen Bewahren und Verändern, Tradition und wirtschaftlichen Interessen. Von einem Verbrechen, das die Wachau aus ihrer Ruhe reißt. Und von einer kleinen Praline, die auch viele Jahre später noch Fragen aufwirft.
Dokumentation, 45min, AT2026, Regie: Stefan Gavac, Drehbuch: Manuel Obermeier. Produktion: Lukas Sturm, neulandfilm im Auftrag des ORF, SV: Matthias Euba