Hanno Settele sitzt mit Barbara Toifl beim Gespräch in der Weinkellerei der Familie Toifl in Hadersdorf am Kamp.
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In der Weinkellerei der Familie Toifl in Hadersdorf am Kamp steht seit Kurzem eine Millioneninvestition: Österreichs erste Anlage zur Entalkoholisierung von Wein. Die Geschwister Barbara und Christoph Toifl führen den Betrieb.

Dok 1

Ausgetrunken - Abschied vom Alkohol

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„Adieu Promille“: Hanno Settele fragt nach, warum hierzulande der Alkoholkonsum sinkt und was das für unsere Feierkultur bedeutet.

Österreich gilt als Land des Biers, des Weins und des gepflegten Anstoßens: Kein Fest und kein Wirtshausbesuch kommt ohne Seiterl, Achterl oder Schnapserl aus. Wir leben in einem Hochkonsumland. Doch der Pro-Kopf-Konsum sinkt – Tendenz weiter fallend, vor allem bei jungen Menschen. Der Trend zu weniger Promille hat Folgen: Einerseits geraten Nachtlokale zunehmend unter Druck, andererseits wachsen neue alkoholfreie Marktsegmente.

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Im Bild: Lisa Brunner, Leiterin des Instituts für Suchtprävention und Mitinitiatorin der Dialogwoche Alkohol, ordnet den Trend ein: Jugendliche seien heute besser informiert und kritischer gegenüber Alkohol, auch alternative Lebensstile via Social Media spielen eine Rolle.

Die heimische Trinkkultur ist im Umbruch. Zwischen leerstehenden Nachtlokalen, alkoholfreiem Wein und Brauchtumsfesten wie dem Villacher Kirchtag, fragt sich Hanno Settele in dieser Dok 1, wie sich die Veränderung des Konsumverhaltens auf Gastronomie und Produktion auswirkt, was das mit unserer Feierkultur macht und wie der Trend zu „No und Low" – zu keinem oder wenig Alkohol – ausgerechnet hierzulande angekommen ist.

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Im Bild: Für Matthias Czepa ist das Till in Neulengbach mehr als ein Nachtclub: Hier hat er selbst als Jugendlicher gefeiert und seine Frau Sabrina kennengelernt. 2023 übernahm das Paar die Neulengbacher Institution, dieses Jahr mussten sie den Club wieder schließen.

In Neulengbach besucht Hanno Settele den legendären Nachtclub „Till“. Dieser musste im Mai 2026 endgültig zusperren. Ein Grund: Das veränderte Ausgehverhalten junger Menschen machte das Überleben der einstigen Kultstätte unmöglich. Betreiber Matthias Czepa ist dennoch überzeugt: Mit dem richtigen Programm kommen die Jungen zurück in die Clubs.

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Im Bild: Mehr als 12.000 Tage seines Lebens steht Manfred Janko hinter dieser Bar und bereitet Tapas zu. Der Besitzer der Kult-Tapas Bar „La Bodega“ in Graz hat schon Generationen von Gästen bewirtet – und beobachtet die Veränderungen beim Konsumverhalten.

Lieber als in den Club gehen junge Leute ins Fitnessstudio, glaubt Manfred Janko. Er steht seit 43 Jahren selbst hinter der Bar seines Lokals „La Bodega". Seine Beobachtung: Vor allem junge Menschen treffen sich seltener spontan und geben dafür mehr Geld für Essen als für Getränke aus.

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Im Bild: Das Ehepaar Peter und Gitta Dullnig betreiben die Luna Bar in Villach. Sie ist nicht nur deren Arbeitsplatz, sondern auch ihr größtes Hobby. So haben sie es geschafft, die Luna Bar über all die Jahre erfolgreich zu betreiben. In ihr Nachtlokal kommen Gäste aller Generationen zusammen.

Auch die Villacher „Luna Bar" hat das Lokalsterben in der Innenstadt überlebt – obwohl die Jungen seit Corona lieber zuhause vorglühen und seltener unterwegs sind.

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Im Bild: Dok 1 beleuchtet den Wandel der Trinkkultur in Österreich.

Nur am Villacher Kirchtag, dem größten Brauchtumsfest Österreichs, fließt der Alkohol in Strömen. Feier-Ausnahmezustand herrscht auch am Frequency Festival in St. Pölten. Dass der Alkoholkonsum im Land sinkt, würde man hier nicht vermuten.

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Im Bild: In der Weinkellerei der Familie Toifl in Hadersdorf am Kamp steht seit Kurzem eine Millioneninvestition: Österreichs erste Anlage zur Entalkoholisierung von Wein. Die Geschwister Barbara und Christoph Toifl führen den Betrieb.

Doch dass sich etwas bewegt im Hochkonsumland Österreich, ist nicht zu übersehen. Hanno Settele taucht selbst in die Welt ohne Alkohol ein: Bei der ersten Wein-Entalkoholisierungsanlage Österreichs im Weingut Toifl – einer Millioneninvestition –, bei einer alkoholfreien Weinverkostung im Getränkeladen „Kein&Low" und auf der Tanzfläche des „Ecstatic Dance".

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Im Bild: Friederike Duhme erlebte als Sommelière, wie Gäste nach Abendessen mit Weinbegleitung betrunken ins Auto stiegen. 2024 begann sie, sich durch alkoholfreie Genussgetränke zu probieren. Heute betreibt sie mit Partner Lucas Matthies den Wiener Genuss-Getränkeladen „Kein & Low“.

Hier herrscht das Motto: Rausch durch Tanzen statt durch Substanzen. Allerdings wird nicht überall so gefeiert, denn während der Alkoholkonsum hierzulande sinkt, steigt der Konsum synthetischer Drogen wie Kokain an.

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Im Bild: Als Musiker kennt „Dunkelbunt“ alias Ulf Lindemann beide Welten. Die alkoholgetränkte Clubnacht und den nüchternen Alltag danach. Mit seiner Veranstaltungs-Reihe „Boom Chakra Laka“ bietet er Ecstatic Dance an: Rausch durch Tanzen statt durch Substanzen.

Wie berauscht sich Österreich also wirklich im Jahr 2026? Sind wir auf dem Weg in eine nüchternere Zukunft oder bleibt Alkohol der gesellschaftliche Kitt eines Landes, das sich gern zuprostet? Antworten auf diese Fragen sucht Hanno Settele in der Dok 1 „Ausgetrunken – Abschied vom Alkohol".