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Artensterben - Was tun?

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Lisa Gadenstätter auf der Suche nach Rettung für Pflanzen und Tiere

Der Befund vieler Wissenschafter ist erschreckend: laut UN-Report könnte in den nächsten Jahrzehnten eine Million Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Man spricht bereits vom sechsten Massenaussterben in der Geschichte dieses Planeten (das fünfte passierte vor rund 66 Millionen Jahren, als ein kilometergroßer Asteroid auf der Erde einschlug). Das Traurige daran: wir sind selbst daran schuld. Denn intensive Landwirtschaft, die Zersiedelung von Freiräumen, der Klimawandel, Einsatz von Pestiziden und auch Jagd und Wilderei bewirken, dass die Lebensräume von Tieren immer weiter eingeengt werden.

Zum Glück halten alle düsteren Prognosen Menschen nicht davon ab, sich für Tiere und ihre Habitate einzusetzen. Und das, obwohl sich momentan alles um Teuerungen, Krieg und Pandemie zu drehen scheint.

ORF/Neulandfilm
Zoologin Dr. Silke Schweiger vom Naturhistorischen Museum Wien mit einer ausgestorbenen Wiesenotter

Lisa Gadenstätter besucht standhafte Artenretter, die nicht nur ihre Freizeit, sondern auch ihr privates Vermögen dafür hergeben, gefährdeten Lebewesen zu helfen. Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall sieht darin auch eine Gefahr für die Menschheit selbst: „Wir sind nur ein Teil der Natur“ warnt sie, „wenn wir diese nicht bewahren, besiegeln wir auch unseren eigenen Untergang!“ sagt sie Lisa Gadenstätter im Interview.

Da wäre zum Beispiel das Waldrapp-Projekt in Seekirchen am Wallersee, in Salzburg. Johannes Fritz und sein Team ziehen dort die Vögel groß, die eigentlich schon ausgestorben waren. Mit Hilfe eines Leichtflugzeugs werden sie auch im kommenden Herbst die Waldrappe nach Italien lotsen, wo sie ausgewildert und den Winter bereits alleine verbringen sollen.

ORF/Neulandfilm
Marion Jaros mit Nachtfalter in ihrer eigenen Voliere

In Wien hat Marion Jaros schon vor vielen Jahren eine Schmetterlingswiese im Donaupark initiiert. Mittlerweile leben dort über 45 Tagfalterarten, darunter auch sehr seltene. Und auch ihre private Wohnung stellt sie einer Hundertschaft von Raupen und Faltern zur Verfügung.

In der Wachau ist die Jungwinzerin Lisa Flecher gerade damit beschäftigt, die Monokultur der Weingärten in einen blühenden Lebensraum für Eidechsen, Bienen und Ziesel umzuwandeln. Die Frisörin & Unternehmerin Kirsten Kunze hat sogar ein teures Grundstück erworben, um auf diesem vor allem Bienen ein kleines Paradies zu schaffen.

Dramatisch ist auch der Kampf um die Artenvielfalt in Stammersdorf: Dort hat eine Zieselkolonie ein riesiger Bauprojekt zum Stillstand gebracht. Menschen betreuen dort die tierischen Einwohner - aber wie lange bleibt die Brachfläche am Stadtrand von Wien bestehen?

ORF/Neulandfilm
Meeresbiologie-Studentin Marta aus Wien und Marko Radulovic vom Blue World Institut auf Veli Losinj

An der kroatischen Küste kümmert sich ein Forschungsteam darum, den mittlerweile erstarkten Delphinbestand zu sichern. Unter ihnen auch die Wiener Studentin Marta Laginja. Das Dok1-Team hat sie bei einer Kontrollfahrt rund um die Ferieninsel Lošinj begleitet.

Wer die Artenvielfalt unseres Planeten hautnah bestaunen möchte, kann sich ins Naturhistorische Museum in Wien begeben.

ORF/Neulandfilm
Zoologe Dr. Frank Zachos zeigt Lisa Gadenstätter im NHM einen ausgestorbenen Blaubock

Das Haus zählt mit seinen rund 30 Millionen Sammlungsobjekten nicht nur zu den bedeutendsten Naturmuseen der Welt. In den zahlreichen Räumlichkeiten wird auch geforscht, unter anderem zum Artensterben. Für diesen Film haben einige seiner Wissenschafter Einblicke in ihre aktuellen Projekte gewährt.