Dok 1

Bastler, Pfuscher, Häuslbauer

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Lisa Gadenstätter geht dem Traum vom Eigenheim auf den Grund.

Österreich ist Häuslbauerinnen- & Häuslbauerland: rund 20.000 neue Ein- und Zweifamilienhäuser werden jedes Jahr aus dem Boden gestampft. Kein Wunder, ist es doch unsere liebste Wohnform. Dass hierzulande besonders gerne auch selbst Hand angelegt wird, ist uns spätestens seit den Bildern endlos langer Baumarktschlangen nach dem Lockdown bewusst.

Aber nicht selten scheitert der Traum vom Eigenheim, stattdessen folgen existenzbedrohenden Dramen: Schnell kann die verpfuschte Dampfbremse oder eine mangelhafte Fassade das neue Haus unbewohnbar machen. Oder, wie im Fall von Familie Theissl aus der Steiermark, können schon beim Rohbau so massive Mängel auftreten, dass man lieber die Baufirma kündigt und selbst fertig baut.

Lisa Gadenstätter schlägt mit Blaumann und Schutzbrille ausgestattet mit einem Hammer gegen die abbruchreife Wand.
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Lisa Gadenstätter bei Abbruch-Arbeiten

Ein verpfuschtes Haus will niemand, aber mit Pfuschern zu arbeiten ist in Österreich Gang und Gebe. Das weiß vor allem der anonyme Handwerker, der Lisa Gadenstätter erzählt, dass nicht einmal sein Chef ein Problem mit seinem illegalen Nebenjob hat. Denn so hilft er Menschen einen Traum zu verwirklichen, der sonst nicht zu finanzieren wäre. Und selbst Wirtschaftsforscher Friedrich Schneider erklärt: „Der Pfusch in Österreich steigert unseren Wohlstand.“

Tina und Manuel auf ihrer Baustelle
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Die Bauherren Tina und Manuel auf ihrer Baustelle

Lisa Gadenstätter besucht auch Familie Bartke/Schmutz, die für ihr eigenes Traumhaus aber trotzdem lieber auf Nummer sicher geht und ausschließlich auf Profis setzt. Zusammen mit einem Architekten haben sie das ganze Haus von vorne bis hinten durchgeplant.

Architekt Heinrich Schuller im Holzriegelhaus im Gespräch mit den Bauleuten Tina und Manuel
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Architekt Heinrich Schuller im Gespräch mit den Bauleuten Tina und Manuel

Georg Kromoser lebt das andere Extrem. Vor acht Jahren hat er aus Geldnot für einen Spottpreis ein Haus erstanden – oder vielmehr eine Ruine. An der bastelt er seither - nur unterstützt von Freunden - mit großer Passion herum. Nur mit selbst beigebrachtem Wissen.

Lisa Gadenstätter und Bauherr Georg Kromoser auf der Baustelle
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Lisa Gadenstätter und Bauherr Georg Kromoser

Noch buntere Blüten treibt der Do-It-Yourself Gedanke in Kärnten. Historiker Gerald Krenn, der schon im Sandkasten am liebsten Schlösser baute, stellt nun eine echte Burg in Lebensgröße in die Landschaft.

Lisa Gadenstätter neben einer Steinmauer im Gespräch mit Projektleiter der Burg Friesach Gerald Krenn
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Lisa Gadenstätter beim Projektleiter der Burg Friesach Gerald Krenn

Dabei verzichtet er komplett auf moderne Bauhilfen und Materialien, stattdessen setzt er auf Pferdewägen, mittelalterliche Technologie und viele Helfer. Fertig wird die Burg deshalb wohl erst in 30 Jahren, auch wenn Lisa Gadenstätter einmal kräftig mitanpackt.

Lisa Gadenstätter steht im Blaumann hinter einem Leiterwagen voller Steine
Sebastian Schwarz/Neulandfilm
Lisa Gadenstätter packt mit an

Viele Österreicherinnen und Österreicher haben weniger ambitionierte Ziele. Sie wollen „einfach“ ein in die Jahre gekommenes Haus sanieren. Dok 1 schaut sich anhand einer Gründerzeit-Villa in Wien an, worauf man hier achten sollte.

Auch oft ein Problem: Immer häufiger müssen Häuslbauer auf Baustoffe warten, weil diese nicht geliefert werden können. Wie kann das sein? Spartenobmann Robert Jägersberger erklärt es uns.

Dok 1 versucht, einen weiten Blick auf unser baubegeistertes Land zu werfen – mit allem, was dazugehört.