Der talentierte Herr Marsalek

Wie man Geld erfindet

Werbung

"Prepare for bad news. Und zwar wirklich schlechte News", schreibt Jan Marsalek am 18. Juni 2020 via Telegram an einen Vertrauten. Kurz darauf bricht der deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard in sich zusammen.

Jan Marsaleks Name ist für immer untrennbar mit Wirecard und damit mit dem größten Finanzskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte verknüpft. Gemeinsam mit Markus Braun, der wie Marsalek ebenfalls aus Österreich stammt, leitete er fast 20 Jahre lang die Geschicke des Zahlungsdienstleisters. Bis bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro des Asien-Geschäfts möglicherweise einfach erfunden worden waren. Wirecard fällt im Juni 2020 wie ein Kartenhaus in sich zusammen, Markus Braun wird verhaftet.

Der für das Asien-Geschäft verantwortliche Jan Marsalek setzt sich gerade noch rechtzeitig ab. Vom Flugplatz Bad Vöslau, mit Unterstützung des ehemaligen FPÖ-Nationalratsabgeordneten Thomas Schellenbacher und Herrn W., einem ehemaligen Abteilungsleiter des BVT. Danach verschwindet er spurlos.

Und als wäre das alles noch nicht absurd genug, stellt sich nach Marsaleks Verschwinden auch noch heraus, dass er offenbar beste Kontakte zu Geheimdiensten gepflegt und selbst Ambitionen hatte, in diesem Bereich tätig zu werden.

Die Geschichte von Jan Marsalek ist ebenso faszinierend wie erstaunlich.
Wer ist dieser Mann, der von so vielen als wenig greifbar beschrieben wird? Wie konnte er so hoch aufsteigen und so tief fallen? Und wo könnte er heute sein? Wird er jemals wieder auftauchen?