
betrifft: uns - Reportagen ohne Filter
Geflüchtete Frauen: Warum Ankommen schwerfällt
Wenn es um Flucht geht, stehen oft Männer im Fokus. Dabei ist jede dritte Person, die in Europa Asyl beantragt, eine Frau. Ihre Fluchtgeschichten erzählen von Gewalt, Unterdrückung und dem Kampf um Selbstbestimmung. Häusliche Gewalt, Bildungsverbote und Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit zwingen viele Frauen und Mädchen dazu, gefährliche Fluchtrouten auf sich zu nehmen. Dabei sind sie häufig auch körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Doch selbst mit der Ankunft in einem sicheren Land ist der Kampf für viele noch lange nicht vorbei. Bürokratische Hürden, der schwierige Zugang zum Arbeitsmarkt und Sprachbarrieren erschweren den Start in ein neues Leben.

In dieser Folge von „betrifft: uns“ begleitet Çağla Bulut vier Frauen, die nach Österreich geflüchtet sind oder noch versuchen, ins Land zu kommen.
Maral floh aus dem Iran, weil ihre Freiheit immer weiter eingeschränkt wurde. Strenge Kleidervorschriften, begrenzte Bewegungsfreiheit und selbst das Verbot, Fahrrad zu fahren, machten ein selbstbestimmtes Leben für sie zunehmend unmöglich.

Sara (Namen von der Redaktion geändert) setzte sich mit ihrem Vater in Afghanistan für die Bildung von Frauen und Mädchen ein. Sie unterrichtete heimlich Frauen in ihrem Dorf, die nicht lesen und schreiben konnten – und wurde damit für die Taliban zum Dorn im Auge.
Nima kommt aus Somalia, ihr Ehemann wurde dort getötet und sie musste allein mit ihrem Sohn fliehen. Ihre zwei Töchter musste sie vorerst zurücklassen. Heute lebt sie seit knapp elf Jahren in Österreich, mit der deutschen Sprache hat sie große Schwierigkeiten.

Helin (Namen von der Redaktion geändert) ist kurdische Ezidin und musste aufgrund häuslicher Gewalt und der Unterdrückung in der Türkei fliehen. Sie steckt mit ihrer kleinen Tochter und ihrem an Schizophrenie erkrankten Mann in einem Camp in Bosnien fest und beklagt die dortigen Lebensbedingungen.
