
ansichtssache
Glaube, Heimat, Unbehagen
Die Stand-up Comedian Maggie ist in Wien geboren und aufgewachsen. Und sie ist gläubige Muslima. Die Mechatronikerin Nina ist aus Wels in Oberösterreich. Sie hat mit Glaube und Religion nichts am Hut.

Was der einen heilig ist, ist der anderen fremd. Wo für die eine Werte und Rituale des islamischen Glaubens wichtiger Bestandteil der Identität sind, haben für die andere Gottesglaube und religiöse Vorschriften keine Bedeutung.

Beide sind sie zwei junge Frauen, beide sind sie Österreicherinnen, beide arbeiten, leben und lieben sie im selben Land. Und trotzdem trennen sie Welten.
Aber Maggie und Nina sind bereit für ein zwischenmenschliches Experiment: Über mehrere Tage tauchen sie in die Lebenswelt der jeweils anderen und gehen miteinander auf Tuchfühlung. Beide verlassen ihre eigene Bubble und erleben die der anderen. Hier tauschen sie Ihre konträren Ansichten, Vorstellungen und auch Vorurteile auf Augenhöhe aus.


Es geht um Kopftuchtragen und Fasten, um Tattoos und Körpertanz, um Ehe und Familie, ums Frausein und Freisein, um Heimatgefühle und Herkunftsfragen. Wer und was gehören wo dazu, wer fühlt sich dabei ein-, wer ausgeschlossen? Wo regieren Vorurteile, was bereitet Unbehagen? Und wie begegnet und versteht man sich über die vielen Gräben in der Gesellschaft hinweg?

Es kommt zu schmerzhaften Erkenntnissen, schrägen Missverständnissen, überraschenden Wendungen und vielen versöhnlichen Dialogen.
AUT2026, 45min, Reportage. Drehbuch und Regie: Mona Müller, Produktion: Lukas Sturm und Matthias Horngacher/neulandfilm, Redaktion: Matthias Euba/ORF