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Teurer Spaß. Skifahren um jeden Preis?

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Ab 6. Februar werden in Italien die 25. Olympischen Winterspiele stattfinden. An die zwei Millionen Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Doch Cortina droht ein Desaster: es fehlt sowohl natürlicher Schnee als auch Wasser für die Schneekanonen. Wintersport ist ein riesiger wirtschaftlicher Faktor, doch der Klimawandel und die damit einhergehenden unberechenbaren Winter machen die Situation immer schwieriger. Kleinere Skigebiete müssen oft aufgeben, in Höhergelegenen steigen die Preise für Unterkunft und Liftkarte in astronomische Höhen und machen Skifahren für viele zum unbezahlbar teuren Spaß.

Im vergangenen Jahr war Cornelia Vospernik für einen Lokalaugenschein bei den Vorbereitungen in Cortina, hatte man doch versprochen „die nachhaltigsten Olympischen Winterspiele“ veranstalten zu wollen. Zwei Wochen vor der großen Eröffnung ist sie noch einmal vor Ort: Von Olympiastimmung ist auch wegen des akuten Schneemangels wenig zu spüren, vielmehr gleicht der kleine Ort einer riesigen Baustelle. Und die versprochene Nachhaltigkeit springt - zwischen Schneekanonen, Bobbahn und Olympiadorf - nicht gleich ins Auge.

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Cornelia Vospernik auf Lokalaugenschein in Cortina, wo am 6. Februar die Olympischen Spiele beginnen.

Im geschichtsträchtigen Skigebiet Vail im Bundesstaat Colorado gibt es erstmals wegen der schlechten Schneelage Rabatte bei den Skikarten. Christophe Kohl geht der Frage nach, was die Preise derart in die Höhe getrieben hat: „Vail Resorts“ ist mit 42 Skigebieten der größte Liftbetreiber in den USA und macht Milliarden Umsätze. Die Strategie: die Preise von Tageskarten werden stetig angehoben, um den Verkauf von Saisonkarten anzukurbeln. Europäische Skigebiete sehen die enormen Kosten für ein Skivergnügen in den USA als Chance und werben gezielt im Land, um amerikanische Skiurlauberinnen und Urlauber anzulocken.

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Christophe Kohl im Interview mit dem Pressesprecher von „Vail Resorts“ – der Konzern besitzt 42 Skigebiete von der Ost- bis zur Westküste der USA.

„In der Schweiz ist Skifahren mittlerweile teurer als Golfspielen“, sagt Alain Bosco, der das kleine Skigebiet Télégiettes im Kanton Wallis betreibt. Lena Hager trifft den Mann, der nicht nur Zeit und Energie, sondern auch eigenes Geld in den Erhalt der Anlage steckt, um Skifahren gratis anbieten zu können. Heuer macht ihm der massive Schneemangel zu schaffen, und damit ist er im Land nicht allein: Stillgelegte Skigebiete werden ein wachsendes Problem für die Natur und haben auch negative Folgen für die betroffenen Gemeinden.

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Seit 2010 ist das Skigebiet Super Saint-Bernard geschlossen: die Ruinen aus der Skifahr-Ära werden zusehend zum Problem für die Umgebung