Restauratorinnen arbeiten an den Fresken in kunstvoll bemalten Gewölben in der Basilika von Assisi.
ORF/Media Mediterranea/Lichtblick Film/Navigator Film/Paolo Colangeli
Die Restauration der Fresken in der Basilika von Assisi läuft seit über 20 Jahren.

kreuz & quer

Der Schatz von Assisi

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Am 26. September 1997 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die italienische Region Umbrien. Es forderte zahlreiche Todesopfer – und zerstörte auch einen der größten Schätze mittelalterlicher Kunst: Die Fresken der Basilika von Assisi zerbrachen in 300.000 Fragmente. Kurz darauf begann die größte und vielleicht anspruchsvollste Gemälde-Restaurierung der Geschichte.

Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober schildert die neue „kreuz & quer“-Dokumentation „Der Schatz von Assisi“ von Paolo Colangeli die detektivische Arbeit der Restauratorinnen und Restauratoren – unterstützt von einer Auswahl renommierter Fachleute, die an der Restaurierung beteiligt waren. Parallel dazu erzählt die österreichisch-deutsch-italienische Koproduktion vom historischen und spirituellen Hintergrund des heiligen Franziskus.

Eine Luftaufnahme zeigt die Basilika des heiligen Franziskus vor der grünen Hügellandschaft im umbrischen Assisi, Italien
ORF/Media Mediterranea/Lichtblick Film/Navigator Film/Paolo Colangeli
Die Basilika San Francesco im umbrischen Assisi, Italien

Der verwöhnte Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers lebte in Luxus, bevor er beschloss, sein Leben radikal zu ändern und Bettelmönch zu werden. Bald folgten viele seinem Beispiel. Die Botschaft von Franziskus war für die eher korrupte Nomenklatura der katholischen Kirche durchaus provokativ und ist auch heute noch aktuell: auf materiellen Reichtum zu verzichten und im Einklang mit der Natur zu leben. Bereits vor seinem Tod im Jahr 1226 hatte sich seine Botschaft rasch in ganz Europa verbreitet – und ist bis heute lebendig. Zudem widmet sich der Film auch der Bedeutung und dem Wirken der Chiara von Assisi, die ihrem spirituellen Vorbild Franziskus an Hingabe und Konsequenz in nichts nachstand und den Orden der Klarissinnen begründete.

Franziskus war dermaßen populär, dass er bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Die besten italienischen Maler wurden beauftragt, darunter Cimabue und Giotto, um seine Grabeskirche mit den größten und bedeutendsten Fresken des Mittelalters zu schmücken. Indem sie Realismus und Spiritualität verbanden, schufen sie einen neuen Malstil und eine neue Weltsicht.

Es dauerte fast 20 Jahre, bis es den Restauratorinnen und Restauratoren der Basilika von Assisi gelang, die meisten Teile zusammenzufügen und die Fresken in ihrer vollen Pracht für zukünftige Generationen zu erhalten. Doch einige Farben sind verblasst – nicht nur durch das Erdbeben, sondern auch durch den Lauf der Jahrhunderte und durch Millionen von Pilgerinnen und Pilgern. Eine letzte Aufgabe gilt es zu bewältigen: die verblassten Farben mit allen Details des Originals virtuell wiederherzustellen.

Der Film wird zum 800. Todestag des heiligen Franziskus im Oktober 2026 ausgestrahlt. Die einzigartige Rekonstruktion, die Geschichte der Künstler und vor allem die von Franziskus selbst ermöglichen einen beispiellosen Einblick in die Realität und Spiritualität des Mittelalters.

Der Film entstand als Produktion von Media Mediterranea, Lichtblick Film, Navigator Film in Koproduktion mit ZDF und ORF in Zusammenarbeit mit ARTE und RAI Cultura, hergestellt mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria, Fondazione Roma Lazio Film Commission, Umbria Film Commission und Haltadefinizione in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise.

Gestaltung

Paolo Colangeli

Redaktion

Helmut Tatzreiter