
kreuz & quer
Die Nacht der Nächte
Mit ihr enden Märchen: doch auch die traumhafteste Hochzeitsnacht garantiert noch keine glückliche Beziehung. Was aber ist dann das Erfolgsrezept? Was hält Beziehungen frisch? Wie kann eine Ehe auch Krisen überstehen? Vier Paare in Indien, Japan, den USA und Deutschland erzählen von ihrer über 55 Jahre währenden Liebe. Die Doku gibt nicht nur persönliche Einblicke, sondern eröffnet so manch überraschende Perspektive darauf, wie Liebe ein Leben lang halten kann.
Dass zwei, die einander lieben, heiraten, ist überhaupt nicht selbstverständlich – es ist eine Erfindung der Moderne. Denn in der Geschichte überwiegen arrangierte Ehen und religiös-kulturell bestimmte Formen des Zusammenlebens von Mann und Frau. „Bis dass der Tod euch scheidet“ – es ist ein großes Versprechen, das junge Menschen einander zu geben haben, wenn sie ihre Verbindung auch vor Gott besiegeln wollen. Jetzt, in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts, klingt solch ein Versprechen fast schon ein wenig kurios.
Für die heutige Großelterngeneration war die Zukunftsvision der lebenslangen Partnerschaft noch gesellschaftliche Normvorstellung. Ebenso die Jungfräulichkeit vor der Ehe – und damit verbunden: die traditionelle Hochzeitsnacht. Doch ab dem Tag „danach“ beginnt die tatsächliche Kunst der Zweisamkeit. Es gilt, die rosarote Brille gegen den klaren Überblick zu tauschen, den Partner oder die Partnerin mit all seinen bzw. ihren Eigenheiten zu achten, vom „Ich“ zum „Wir“ zu finden.
Vier Paare – aus Indien, Japan, Deutschland und den USA – erzählen von ihrer Lebensreise zu zweit, die seit mehr als einem halben Jahrhundert andauert. Ein Film über Toleranz und Egoismus, das Geheimnis der dauerhaften Zuneigung und die Überraschung, was im Inneren zum Vorschein tritt, wenn man sich nach einem ganzen gemeinsamen Leben in die Augen blickt.
Ein Film von Yasemin und Nesrin Samdereli