
20 Jahre Grafenegg Festival - Das Festkonzert
Das Philharmonia Orchestra London unter der Leitung des rumänischen Dirigenten Cristian Măcelaru eröffnet das Festival inmitten der idyllischen Kulisse des weitläufigen Schlossparks besonders festlich.

Gemeinsam mit Rudolf Buchbinder am Klavier, dem Wiener Singverein, den Wiener Chormädchen, Sopranistin Nikola Hillebrand, Tenor Nicholas Phan und Bariton Germán Olvera erklingen am Wolkenturm gleich zwei Meisterwerke der Musikgeschichte: Ludwig van Beethovens „Fantasie für Klavier, Chor und Orchester c-Moll op. 80“ und Carl Orffs „Carmina Burana".

Beethovens selten aufgeführte Chorfantasie, die bereits den Keim der 9. Symphonie in sich trägt, beginnt mit einem dramatischen Klaviersolo – gespielt vom Festival-Intendanten persönlich – und gipfelt in der hymnischen Proklamation des Chors „Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen, froh die Gaben schöner Kunst!“.

Den Höhepunkt des Abends bildet Carl Orffs Kantate für Soli, Chor und Orchester „Carmina Burana“ – eines der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Orffs eindrucksvolle Vertonung einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen, mittellateinischen und mittelhochdeutschen Lied- und Dramentexten, ist eine üppig-weltliche Feier des Lebens in archaisch-monumentalen Klängen – mit einprägsamen Melodien und einer pulsierenden Rhythmik, der man sich nicht entziehen kann.

Der markante Chor „O Fortuna" repräsentiert jene unmittelbare Wirkung klassischer Musik, die auch das Festival von Anbeginn an ausgezeichnet hat und ist ein klingendes Symbol für zwei Jahrzehnte Musikgeschichte in Grafenegg.

Durch den Konzertabend führt ORF-Kulturmoderatorin Teresa Vogl. Die Bildregie der live-zeitversetzten Übertragung liegt in den Händen von Heidelinde Haschek.