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Bauer sucht Geld
Der Hitze-Sommer 2026 trifft die heimische Landwirtschaft mit voller Härte: Gekämpft wird mit Ernteausfällen, Futtermangel, Notverkäufen von Tieren und fallenden Preise, ein Hilfspaket ist bereits beschlossen worden.

Doch die finanziellen Hilfen, mit denen auf die existenziellen Sorgen der Bäuerinnen und Bauern reagiert wird, stoßen vermehrt auf Unverständnis in der Bevölkerung. Denn allein 2025 sind mehr als 2,8 Milliarden Euro an die österreichische Landwirtschaft von EU, Bund und Ländern als Agrarförderung gezahlt worden.

Hanno Settele besucht fünf unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe quer durch Österreich und fragt nach, wie dramatisch die Lage wirklich ist, mit welchen Verlusten die Bäuerinnen und Bauern rechnen und ob die Förderungen dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden.

Die Bergbäuerin Katharina Mair bewirtschaftet mit ihrem Mann und vier Kindern einen Hof im Pinzgau und eine Alm. Ihr Mann ist zusätzlich im Nebenerwerb als Holzknecht tätig. Förderungen und Erschwerniszulagen retten ihr Einkommen. Nach dem extremen Sommer fehlt es vor allem an Grünfutter. Über Hanno Setteles Frage, ob sie in Zukunft Oliven auf ihren steilen Wiesen anbauen wird, kann sie nur lachen.

Der streitbare Kärtner Schafbauer Thomas Koch sieht sich als Rebell im Förderdschungel. Am liebsten würde er ganz aus dem Fördersystem aussteigen, das geht sich aber erst aus, wenn er die Investitionen für den neuen Stall zurückzahlen kann. Zusammen mit seiner Frau und dem Sohn haben sie sich auf die Direktvermarktung ihrer Schafe spezialisiert. So können sie einen höheren Preis für ihre Lebensmittel bekommen.

Auf Gut Harrach in Niederösterreich hilft Hanno Settele bei der Maisernte. Oder was in diesem Jahr noch zu ernten ist. Auch die Zuckerrüben sind in einem traurigen Zustand.

Gutsherr Ernst Harrach spricht an, was viele Landwirte quält: Sie produzieren unter immer strengeren Auflagen. Tierwohl, Reduktion der Pestizide und faire Löhne für die Mitarbeiter konkurrieren mit sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt.

Auch die Biobäuerin Barbara Riegler im Mühlviertel hat der Hitzesommer stark betroffen. Fehlendes Futter für ihre Kühe, Schweine und Hühner muss teuer zugekauft werden, einige Tiere musste sie bereits verkaufen. Der Fleischpreis ist durch die vielen Notverkäufe viel zu niedrig. Trotzdem sieht die Obfrau von Bio-Austria positiv in die Zukunft. Die Bauern werden sich anpassen müssen, für sie ist Bio die Lösung.

Der Gemüsebauer Simon Vetter in Lustenau sieht die Bauern als Unternehmer gefordert. Er plädiert für klare Zahlen, eine ehrliche Buchhaltung und mehr Eigenverantwortung der Bauern. Der heurige Sommer sollte als Warnung für alle gelten. Die Digitalisierung sieht er als Chance für neue Vermarktungsstrategien und fordert eine ehrliche Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft.

Unterstützt wird Hanno Settele auf der Suche nach dem Geld der Bauern vom Agrarökonomen Franz Sinabell und dem Sektionschef im Landwirtschaftsministerium Johannes Fankhauser. Mit kritischen Stimmen wie Gerhard Hofer und dem Schweizer Agrarexperten Urs Niggli diskutiert er die Zukunftsaussichten der österreichischen Landwirtschaft.

Steuert Österreichs Agrarsystem auf einen Kollaps zu – finanziell wie ökologisch? Ist die Agrarförderung in der heutigen Form noch weiter finanzierbar oder müssen die Bäuerinnen und Bauern in Zukunft radikal umdenken?