Marina Abramovic
Taskovski Films
kulturMONTAG

Marina Abramovic - Heimkehr in die Fremde

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Sie hat Schmerz zu Kunst gemacht, Stille zu Spektakel und den eigenen Körper zum Werkzeug. Nur eine Reise konnte oder wollte Marina Abramović lange nicht antreten: die Rückkehr nach Hause. Anlässlich des 80. Geburtstages der Performancekünstlerin zeigt der ORF den Dokumentarfilm Marina Abramović – Heimkehr in die Fremde von Boris Miljković, ein vielschichtiges Filmporträt, das die Künstlerin bei ihrer sehr persönlichen Heimkehr begleitet.

Marina Abramovic
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Abramović wurde 1946 in Belgrad geboren, einer Stadt, die damals Hauptstadt des kommunistischen Jugoslawiens war. Mitte der 1970er Jahre verließ sie als junge Künstlerin ihre Heimat. Dass der Vielvölkerstaat Jugoslawien nach dem Ende des Kalten Krieges zerfallen würde, war damals nicht absehbar. Ebenso wenig, dass sie zu einer der einflussreichsten und zugleich umstrittentsten Künstlerinnen der Welt werden würde.

Fast fünf Jahrzehnte später kehrt Abramović nach Belgrad zurück. Anlass ist ihre große Retrospektive „The Cleaner“, die 2019 nach Stationen in Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Bonn, Florenz und Toruń, im Museum für Moderne Kunst in Belgrad gezeigt wird.

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Regisseur Miljković hat ihre Rückkehr nach Belgrad zu einem filmischen Essay verdichtet, der aus mehreren Schichten besteht. Archivaufnahmen aus mehreren Jahrezehnten ihrer Karriere verschmelzen mit aktuellen Bildern ihrer Reise durch die Stadt. Abramović selbst wird zur Erzählerin des Films: Sie liest aus ihrer Autobiografie „Walk through Walls: A Memoir“, und kommentiert Ihre Heimkehr in Gesprächen mit dem Filmemacher sowie in Beobachtungen, die sie in der Stadt anstellt. Die eindringlichste Sequenz des Films führt in ein Wohnhaus in Belgrad in dem Marina Abramović als Kind aufgewachsen ist. Jahrelang hat sie versucht, Einlass in die Wohnung ihrer Kindheit zu bekommen – immer vergeblich. Erst jetzt gelingt es ihr.

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Auch die Beziehung zu ihrem langjährigen Künstlerpartner und Lebensmenschen Ulay wird zum Thema. Ihre gemeinsame Abschlussperformance „The Lovers – The Great Wall Walk“ (1988), bei der beide von den entgegengesetzten Enden der Chinesischen Mauer aufeinander zugingen, um sich nach je rund 2.000 Kilometern für immer zu verabschieden, ist längst Kunstgeschichte.

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Marina Abramović – Heimkehr in die Fremde ist ein Film über die Gefühle und Erinnerungen, die sich in die Straßen und Gebäude ihrer Herkunft eingeschrieben haben. Er erzählt von einer Künstlerin, die gelernt hat, sich dem eigenen Erbe zu stellen und aus den prägenden Erfahrungen Kunst zu machen.

Regie
Boris Miljković

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