Liza Minnelli, Erbin einer Hollywood-Dynastie
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Liza Minnelli: Riesige Kulleraugen und ein Temperament wie eine Naturgewalt
dokFilm Zum 80. Geb. v. Liza Minnelli am 12.3.2026:

Liza Minnelli, Erbin einer Hollywood-Dynastie

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Die Mutter: Judy Garland, die unsterbliche Dorothy aus „The Wizard of Oz“. Der Vater: Vincente Minnelli, Regiegigant Hollywoods. Und sie?

Riesige Augen, eine prononcierte Nase, eine Stimme wie eine Naturgewalt: Liza Minnelli, die Frau, die an sich selbst zu verbrennen scheint und deren Energiereservoir doch schier unerschöpflich ist. Auf ihre Triumpfe folgten kapitale Abstürze, doch immer wieder rappelte sie sich auf. Mit ihrer Oscar-gekrönten Rolle der Sally Bowles in „Cabaret“ schrieb sie sich in die Filmgeschichte ein.

Liza Minnelli in "Cabaret"
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Die Rolle ihres Lebens: Liza Minnelli als Sally Bowles in „Cabaret“

Mit ihren Bühnenshows brach sie Rekorde. Mehr als sechs Jahrzehnte dauert die Karriere des Weltstars schon an. Doch die Minnelli ist nicht nur eine Ikone, sondern auch Tochter – von Hollywood-Regisseur Vincente Minnelli und Judy Garland, die in den USA im Rang einer Nationalheiligen steht. Am 12. März feiert sie ihren 80. Geburtstag. Regisseurin Lucie Cariès erzählt in ihrer Doku von einer Karriere, die nur scheinbar vorgezeichnet war und von Minnellis langem Ringen, sich aus der eisernen Umklammerung ihrer manipulativen Mutter zu lösen.

Liza Minnelli, Erbin einer Hollywood-Dynastie
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Energiebündel Liza Minnelli

In der Kindheit dachte sie, ein ganz normales Leben zu führen, denn all die Gleichaltrigen waren ebenfalls die Kinder von Stars. Erst später gestand sie ihre Einsamkeit ein: 22 Schulwechsel musste sie absolvieren, Flugzeuge waren ihr Zuhause, Freunde hatte sie keine. Darum lernte sie Songs, die ihr Trost spendeten. Gäbe es einen Hollywood-Adel, wäre sie die Kronprinzessin, sagte Fred Astaire über sie – eine traurige Prinzessin gleichwohl.

Mit drei Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera, mit 13 war sie Gast in Gene Kellys TV-Show, mit 16 hievte sie ihre Mutter auf die Bühne des Londoner Palladium. Während die Tochter mit jedem Soloauftritt mehr Begeisterung im Publikum entfacht, wächst backstage in Judie Garland die Eifersucht, die sich dann auf der Bühne entlädt. Sie ergreift Lizas Hand und schiebt ihr das Mikrofon dicht an den Mund – eine Geste unverhohlener Aggression. Minnelli lernt, auf eigenen Beinen zu stehen, ergattert erste Engagements am New Yorker Broadway. Und dann die Rolle, die ihre Karriere definieren sollte: die Sally Bowles unter Bob Fosses genialer Regie des Musicals „Cabaret“ über Berlin am Vorabend der Nazi-Machtergreifung.

Liza Minnelli als Sally Bowles in „Cabaret“
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Liza Minnelli als Sally Bowles in „Cabaret“

Ein wichtiger Mentor ist ihr Charles Aznavour, von dem sie lernt, mit jedem Song eine abgeschlossene Geschichte vorzutragen. Das Erbe ihrer Mutter: nicht nur überbordendes Talent, sondern auch massive Alkohol- und Drogensucht, die immer wieder virulent wird. Im New York der 1970er-Jahre ist sie Party-Queen und feiert Exzesse im legendären Studio 54.

Liza Minnelli, Erbin einer Hollywood-Dynastie
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Liza Minnelli mischte die 1970er-Jahre auf

Höchst bewegt ist ihr Privatleben, das sie in der Öffentlichkeit austrägt: viermal war sie verheiratet, ungezählt sind ihre Affären. Große Anerkennung bekam sie für ihren Einsatz für Schwulen- und Lesbenrechte und in ihrem Kampf gegen Aids. Viel Stoff für ihre Autobiografie, die sie demnächst vorlegen will.

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