
Liebesg'schichten und Heiratssachen
In der dritten Ausgabe von „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ stellt Nina Horowitz wieder sechs Singles vor, die auf ihr persönliches Liebesglück hoffen.
Rea, 59, Angestellte aus Wien
Rea wünscht sich einen liebevollen Mann mit Humor und vor allem einen, der gut riecht. Wer gerade Knoblauch gegessen hat, müsse allerdings mit einer längeren Kuschelpause rechnen: „Dann gibt’s mit mir für die nächsten zwölf Stunden kein Schmusen und kein Küssen.“ Äußerlichkeiten spielen für die Wienerin zwar eine Rolle, stehen aber nicht an erster Stelle: „Mir geht es darum, wie ein Mann lacht, wie er zu mir ist, ob er etwas zu sagen hat und was er zu sagen hat.“

Ihr zukünftiger Partner darf zwischen 50 und 65 Jahre alt sein, die Nationalität ist nebensächlich: „Der Mensch dahinter ist entscheidend.“ In ihrer Freizeit ist Rea gerne aktiv. Sie läuft, wandert, schwimmt und verbringt jede freie Minute mit Pferden. Besonders das Westernreiten hat es ihr angetan: „Wenn ich den Sattel knarren höre, das Leder rieche und das Pferd schnaubt, bin ich schon glücklich“, schwärmt die Wienerin.
Auch in der Liebe hat die 59-Jährige natürlich schon Erfahrungen gesammelt. Zehn Jahre lang war sie verheiratet, aus dieser Ehe gingen ihre beiden mittlerweile erwachsenen Kinder hervor. Danach folgte die bisher größte Liebe ihres Lebens. Leider hielt auch die nicht für die Ewigkeit. Nach dem Ende der Beziehung hat sie Zeit gebraucht, um alles zu verarbeiten, erzählt sie im Gespräch mit Nina Horowitz. Heute wünscht sie sich wieder eine ehrliche Partnerschaft: „Große Gesten braucht es dafür nicht unbedingt. Romantisch finde ich kleine Aufmerksamkeiten im Alltag. Wenn ein Mann mit mir tanzen geht, obwohl er es selbst gar nicht gerne macht, hat das für mich etwas sehr Romantisches.“ Und wie sieht es mit einer Hochzeit in der Zukunft aus? Rea lächelt: „Ich schließe nichts aus.“
Markus, 52, Busfahrer aus Kitzbühel
Markus sucht die große Liebe. Romantik wird bei Markus großgeschrieben: „Die Rose ist für mich die schönste Blume. Meine zukünftige Partnerin dürfe sich daher regelmäßig über Blumen freuen.“ Auch Erotik gehört für den Tiroler zu einer erfüllten Beziehung dazu. Der gebürtige Oberösterreicher lebt seit 15 Jahren in Kitzbühel und genießt die Tiroler Bergwelt in vollen Zügen. Wandern, Bergläufe, Radfahren und Meditation gehören ebenso zu seinem Alltag wie regelmäßiges Training im Fitnessstudio. Besonders stolz ist der über 1,90 Meter große Sportler auf seine Muskeln und sein Sixpack: „Vielen Frauen gefällt das gut.“ Die Hilfe von Nina Horowitz braucht er trotzdem, weil: „Die meisten Frauen in Kitzbühel schon vergeben sind.“

Schon als junger Mann spielte Markus erfolgreich Fußball und stand rund 20 Jahre lang auf dem Platz. Heute sucht er jedoch nicht mehr sportliche Erfolge, sondern die passende Partnerin. „Für mich ist wichtig, dass sie etwas positiv verrückt ist“, erzählt er. Der gebürtige Oberösterreicher hat eine besondere Leidenschaft: „Ich verkleide mich als Batman, um ehrenamtlich Spenden für kranke Kinder zu sammeln. Die Promis in Kitzbühel sind auch sehr spendabel.“
In der Liebe hat Markus schon einiges hinter sich. Verheiratet war er noch nie, dafür führte er zwei lange Beziehungen. Trotzdem hat Markus die Hoffnung nicht verloren: „Ich hatte meine erste Liebe, dann meine große Liebe und jetzt kommt hoffentlich die wahre Liebe.“ Sein Wunsch an die Frauen da draußen ist einfach: „Ich bin nicht perfekt. Wenn es eine Frau gibt, die auch nicht immer perfekt sein will, würde ich mich sehr freuen, wenn sie sich bei mir meldet.“
Jutta, 62, Reinigungskraft i.R. aus dem Burgenland
Jutta wünscht sich einen lebensfrohen Mann. Denn gute Laune gehört für die 62-Jährige zum Leben dazu: „Bei mir gibt es keinen schlechten Tag“, erzählt sie schmunzelnd. Mit einem Grantler könnte sie hingegen wenig anfangen: „In der Früh sollte schon der Schmäh rennen.“ Auch bei der Optik zeigt sie sich flexibel: „Vom Hollywood-Star Bruce Willis bis zum langhaarigen, tätowierten Rocker könnte mir vieles zusagen.“ Der Traummann der 62-Jährigen sollte rund 65 Jahre alt sein.

Drei längere Beziehungen prägten ihr Leben, aus den ersten beiden gingen ihre beiden Töchter hervor. Zweimal wurde sie für eine andere Frau verlassen. Auch ihre letzte große Liebe endete mit einer bitteren Enttäuschung. „Am Anfang ist man verliebt und sieht alles durch die rosarote Brille“, erzählt sie beim Interview. Doch irgendwann musste sie erkennen, dass sie nicht die einzige Frau in seinem Leben war. Seitdem geht die Burgenländerin allein durchs Leben. Verbittert hat sie das allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. Jutta glaubt noch immer fest an die Liebe und daran, dass ihr größtes Glück erst noch auf sie wartet. „Wenn ich den richtigen Mann treffe, wird mir ganz warm ums Herz“, schwärmt sie. Dann möchte sie seine Hand nehmen und am liebsten nie wieder loslassen.
Mit ihrem ansteckenden Optimismus blickt sie nach vorne und ist überzeugt: „Über die ‚Liebes’gschichten und Heiratssachen' werde ich hoffentlich mir jemanden finden, das würde mich sehr freuen.“ Vielleicht wartet ihr Herzensmensch ja schon längst irgendwo da draußen und erkennt jetzt, dass genau sie die Frau ist, nach der er sein ganzes Leben gesucht hat.
Gigi, 63, Sonnenschutztechniker i.R. aus dem schönen steirischen Sulmtal
Gigi möchte sich noch einmal verlieben und die Partnersuche diesmal den „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ überlassen. „Ich möchte nicht mehr selber suchen, sondern mich finden lassen“, sagt er schmunzelnd. Seine zukünftige Partnerin sollte ungefähr in seinem Alter sein, humorvoll, bodenständig und gerne aktiv: „Am liebsten würde ich mit ihr die Freizeit verbringen, mit dem Motorrad oder Camper unterwegs sein, Spaziergänge machen und den Tag bei einem Glas Wein auf der Terrasse ausklingen lassen.“ Optisch gefällt dem Steirer eine schlanke Frau mit schönen Augen und langen Haaren. „Ich brauche aber keine Frau, die zwei Stunden vor dem Spiegel steht“, erzählt er lachend.

Hinter Gigis humorvoller Art verbirgt sich auch eine bewegende Lebensgeschichte: „Mit nur fünf Jahren verlor ich beide Eltern bei einem Verkehrsunfall und wuchs gemeinsam mit meinen sechs Geschwistern bei den Großeltern auf.“ In der Liebe gab es Höhen und Tiefen. Gigi war einmal verheiratet und führte später eine weitere lange Beziehung. „Wir haben alles gemeinsam gemacht“, erzählt der Steirer sehr offen. Umso schwerer traf ihn ihr Tod.
Jetzt ist der 63-Jährige bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Auch Romantik hat in seinem Leben einen festen Platz: „Mal bringe ich Blumen mit nach Hause oder schwinge selbst den Kochlöffel.“ Und wie wichtig ist ihm die Erotik? Bei dieser Frage von Nina Horowitz muss Gigi herzlich lachen: „Aber das werde ich der Dame dann lieber persönlich sagen.“ Was er wirklich sucht, ist eine Frau, mit der Gigi noch viele Abenteuer erleben kann. Eine Frau, die mit ihm Touren mit dem Motorrad und dem Camper macht und hoffentlich zur letzten großen Liebe seines Lebens wird.
Marti, 54, Kellnerin aus Kärnten
Marti hofft bei den „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ auf die große Liebe. Darauf, wie ihr Traummann aussehen soll, möchte sie sich gar nicht so festlegen. „Er kann lange Haare haben oder eine Glatze“, erzählt sie lachend. Mit Stubenhockern kann sie wenig anfangen. Besonderen Wert legt die Kellnerin auf ein gepflegtes Äußeres. „Ich liebe gute Düfte“, verrät sie. Und sollte der Kleidungsstil ihres zukünftigen Partners noch Luft nach oben haben, hat Marti auch bereits eine Lösung parat: „Dann gehen wir einfach gemeinsam einkaufen.“

Geboren und aufgewachsen ist Marti in Ungarn. Vor rund 30 Jahren kam die 54-Jährige nach Österreich und baute sich hier ein neues Leben auf. Zweimal war sie verheiratet. Aus ihrer ersten Ehe ging ihre Tochter hervor. Die zweite Ehe bezeichnet sie als die große Liebe ihres Lebens: „Er war ein wunderbarer Ehemann, ein großartiger Freund und der beste Papa für meine Tochter.“ Doch das Glück nahm ein trauriges Ende. Vor genau vier Jahren verstarb ihr Mann. Marti ist überzeugt, dass ihr verstorbener Mann heute noch über sie wacht. „Ich bin sicher, dass er da oben sitzt, seine Bierflasche trinkt, lacht und sagt: ,Schatzi, mach das. Du schaffst das.‘“ Hoffentlich schickt ihr persönlicher Schutzengel ja genau jetzt den Mann, mit dem sie noch einmal ganz von vorne anfangen kann.
Wolfi, 61, Bergwanderführer und Schilehrer aus dem Kleinwalsertal
Wolfi sucht die Frau fürs Herz. Seine Traumfrau soll lieb, weiblich und natürlich sein: „Mit künstlichen Wimpern, aufgeklebten Fingernägeln oder übertriebenem Styling kann ich wenig anfangen.“ Alter, Herkunft oder Wohnort spielen für den Vorarlberger eine untergeordnete Rolle. „Es kommt einfach auf den Menschen an“, erzählt er.
Beruflich verbringt Wolfi sein Leben in den Bergen. Auch privat liebt er die Natur und ist gerne aktiv unterwegs. Sollte seine zukünftige Partnerin nicht Schifahren können, sei das allerdings überhaupt kein Problem. „Das kann die tollste Frau sein. Nur weil sie nicht Schifahren kann, wäre es ein Blödsinn, sie deshalb auszuschließen“, stellt er klar. Humor darf in der Beziehung keinesfalls fehlen. Seit einigen Jahren hat Wolfi außerdem eine weitere Leidenschaft: „Ich singe gerne Karaoke. Besonders gerne Lieder von Elvis Presley.“

In der Liebe hat der 61-Jährige auch bereits viel erlebt. Wolfi ist Vater von vier Kindern, zwei davon sind schon erwachsen und seine 17-jährigen Zwillinge leben bei seiner Ex-Frau. Seine letzte Beziehung liegt mittlerweile zwei Jahre zurück. Heute fühlt sich Wolfi bereit für einen Neuanfang. „Ich hoffe, dass die nächste Beziehung auch die letzte ist“, sagt er. Treue, Ehrlichkeit und gegenseitige Wertschätzung sind für ihn die Grundpfeiler einer Beziehung. Auch Körperlichkeit und Erotik spielen eine wichtige Rolle. „Der Sex sollte schon schön sein“, sagt er offen. Gleichzeitig beschreibt er sich selbst als „abgespeckten Romantiker“. Rosenblätter im heißen Bad seien zwar nicht unbedingt sein Stil, liebe Worte dafür umso mehr. „Ich freue mich über ein nettes Emoji, ein ,Ich vermisse dich‘ oder ein ,Hab dich lieb‘“, verrät er. Für Wolfi bedeutet Liebe vor allem tiefe Verbundenheit: „Füreinander da sein, sich vermissen und das Leben gemeinsam schöner machen.“ Genau diese Frau sucht er jetzt und hoffentlich wartet sie ja schon irgendwo hinter dem nächsten Berggipfel auf ihn.

Nina Horowitz führt seit 2020 durch „Liebesg'schichten und Heiratssachen“
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