Die Silhouette eines Mannes steht allein auf einer nebelverhangenen Bühne im Licht zahlreicher blauer Scheinwerfer.
ORF/BFILM
Narzissten brauchen Bewunderung und Anerkennung – und am liebsten die große Bühne.

kreuz & quer

Im Inneren des Narzissmus

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Makellos, charismatisch, unwiderstehlich – so präsentiert sich der Narzisst nach außen. Doch was passiert, wenn die Maske fällt? Die „kreuz & quer“-Neuproduktion „Im Inneren des Narzissmus“ von Florian Berger wagt am Dienstag, dem 3. November 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON einen ungewöhnlichen Perspektivenwechsel: Sie lässt einen Narzissten selbst erzählen und öffnet damit eine Tür in eine Welt, in der die Abgründe hinter der scheinbar perfekten Maske sichtbar werden.

Thomas Witteck ist Narzisst. Er will gesehen werden, braucht Bewunderung und Anerkennung, sucht die Kontrolle und am liebsten die große Bühne. Für diesen Film gewährt er einen Blick in sein Inneres: Er spricht über seine Gedanken, Gefühle und die Mechanismen, die hinter Manipulation, Kontrolle und seinem Bedürfnis nach Anerkennung stehen. Der Psychoanalytiker Thomas von Hummel ordnet diese persönlichen Einblicke ein: Was treibt Narzissten an? Wie entsteht Narzissmus? Welche Verletzungen können hinter narzisstischem Verhalten stehen – und ist Veränderung oder gar Heilung überhaupt möglich? Die Folgen narzisstischen Verhaltens erleben vor allem jene, die den Narzissten nahestehen. Menschen, die jahrelang in narzisstisch geprägten Beziehungen lebten, erzählen von Manipulation, Schuldzuweisungen und emotionaler Abhängigkeit. Auch im Berufsleben können narzisstische Persönlichkeiten das Miteinander prägen. Unternehmensberaterin Barbara Redolfi berichtet von ihren Erfahrungen und davon, wie man narzisstischen Menschen die Bühne wieder nehmen kann. Doch ist Narzissmus nur ein individuelles Problem? Die Theologin und Werteforscherin Regina Polak richtet den Blick auf unsere Gesellschaft: Fördern Konkurrenz und Konsum narzisstisches Verhalten? Und werden wir tatsächlich immer narzisstischer? Psychologe Johannes Pietschnig gibt Einblicke in den aktuellen Forschungsstand. Mit einer Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann, erzählt dieser Film von der Faszination und den Abgründen des Narzissmus. Ein ungewöhnlich intimer Blick hinter die Fassade – vom fragilen Selbstbild eines Einzelnen bis zu einer Gesellschaft, die sich immer stärker um das eigene Ich dreht.

Gestaltung

Florian Berger

Redaktion

Irene Klissenbauer