Schwer beschädigte, teils eingestürzte Wohngebäude in Homs in Syrien
ORF/Zadig Productions/Public Sénat
Homs in Syrien war im Bürgerkrieg ein Zentrum des Aufstands gegen das Assad-Regime

kreuz & quer

Syrien - Hoffnung nach dem Krieg?

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Über die Neuordnung religiösen Lebens und sozialer Beziehungen in Homs

Als ein Zentrum des Aufstands gegen das Assad-Regime zahlte die Stadt Homs im syrischen Bürgerkrieg einen hohen Preis: Zerstörung, Tod und Vertreibung prägten diese Zeit. Heute, nach dem Machtwechsel in Syrien, ist Homs ein Ort zwischen Hoffnung und Angst. Aufbruchstimmung und der Wunsch nach Versöhnung finden sich hier neben ungelösten Konflikten. In der Dokumentation „Syrien – Hoffnung nach dem Krieg?“ von Daham Alasaad (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann) kommen Menschen aus den verschiedenen gesellschaftlichen und religiösen Gruppen zu Wort. Sie erzählen von Verlust und gegenseitigem Misstrauen, aber auch vom Wunsch nach einem ganz normalen Leben.

Der Filmemacher Daham Alasaad umarmt in einer von Kriegsspuren gezeichneten Gasse in seine Heimatstadt Homs einen Mann zur Begrüßung.
ORF/Zadig Productions/Public Sénat
Der Filmemacher Daham Alasaad kehrt nach dreizehn Jahren in seine Heimatstadt Homs zurück.

Nach mehr als zehn Jahren kehrt der syrische Filmemacher Daham Alasaad im Dezember 2024 erstmals in seine Heimatstadt Homs zurück. Sunniten, Alawiten und Christen lebten hier jahrzehntelang Tür an Tür. Als 2011 die Proteste gegen das Assad-Regime begannen, wurde die Stadt zu einem Zentrum der Revolution — mit drastischen Folgen: Zehntausende Tote, Hunderttausende Vertriebene und Stadtviertel, die im Bürgerkrieg heftig umkämpft waren; heute bestehen ganze Straßenzüge aus trostlosen Ruinenlandschaften. Mit der Kamera begleitet Alasaad in und um Homs Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Zugehörigkeit: Familien, Angehörige von Opfern, Vertreter des neuen Machtapparats und religiöse Autoritäten. Im Gespräch schildern sie alle ihren Blick auf das Homs der Gegenwart und ihre Hoffnungen für die Zukunft. „Wir sind ein Land und machen keinen Unterschied zwischen den Konfessionen“, erklärt etwa der junge Polizeibeamte Safouane. Was passiert sei, gehöre der Vergangenheit an: „Wir sind das neue Syrien.“

Der katholische Geistliche Jacques Mourad, Erzbischof von Homs, sieht die politische Situation nach dem Machtwechsel hingegen kritisch. Echten Frieden gebe es nur für die Sunniten, meint er in der Dokumentation. Dabei wünschen sich die meisten Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt wohl vor allem eine Rückkehr zur Normalität. „Die Menschen wollen essen, trinken, ihre Kinder aufziehen. Sie wollen Sicherheit, wollen ein ganz normales Leben. Mehr nicht.“, erzählt Rana vor der Kamera. Die Dokumentation beobachtet, wie sich Alltag, religiöses Leben und soziale Beziehungen neu ordnen – in einer Stadt, deren Zukunft letztlich offenbleibt.

Gestaltung

Daham Alasaad

Redaktion

Helmut Tatzreiter

Bearbeitung

Sabine Aßmann