Ahornblüte

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Gemmotherapie: Heilende Knospen

Im Burgenland blüht schon alles, aber im Westen Österreichs in den höheren Lagen beginnen die Bäume und Sträucher gerade erst Knospen zu bilden. Diese Knospen können in der Gemmotherapie Verwendung finden. Sie haben nämlich eine starke Heilkraft, denn sie enthalten die geballte Pflanzenkraft.

Der belgischen Arzt Henry Pol hat sich intensiv mit der Knospenkraft beschäftigt. In Belgien und Frankreich ist Gemmotherapie anerkannt und sehr verbreitet. Gemma ist das lateinische Wort für Knospe. Die Gemmotherapie ist eine Methode, bei der Heilmittel aus frischen Pflanzenteilen wie Knospen, Triebsprossen und Wurzelspitzen von Bäumen und Sträuchern verwendet werden. Sie werden im Frühjahr geerntet und frisch in einer Mischung aus Glycerin und Alkohol angesetzt. In den Knospen sind die Lebens- und Wachstumskräfte am höchsten.

Ahorn-, Buchen- und Erlen-Knospen

Die Knospen sind reich an Eiweißstoffen, aber auch an Enzymen und Wachstumshormonen. Die Auxine sind pflanzliche Hormone, die das Streckungswachstum der Sprossen fördern, sie spielen aber auch bei der Abwehr von krankmachenden Einflüssen eine Rolle. Man kann daher sagen, dass Gemmobehandlungen beim Menschen vor allem dort helfen können, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten. Dabei kommen den Knospen der Bäume wie Ahorn, Erle und Buche eine besondere Rolle zu. Wie müssen die Knospen für die Gemmotherapie geerntet werden und welche Knospen eignen sich für welche Beschwerden? Kann man die Knospen nach der Ernte auch selbst ansetzen? Orphelia Herdits-Riemer und Theresia Maier-Dobersberger erklären in der Sendung die Wirkung und Anwendung der Gemmotherapie.

Die Expertinnen zur Gemmotherapie

Für ein Präparat müsse man die Knospen pflücken, bevor sie richtig aufgegangen seien. Danach werden sie zerkleinert und in einer Mischung aus Alkohol und Glycerin für einen Monat angesetzt. Bei akuten Infekten wie einer Blasenentzündung könne man dieses Präparat viertelstündlich einnehmen, die Standarddosierung sehe eine Einnahme von ein- bis dreimal täglich, zwei bis drei Sprühstöße, vor. Laut Internistin Theresia Maier-Dobersberger seien die Präparate mehrere Jahre haltbar und bisher meist bei Kräuterexpertinnen verbreitet und erhältlich. Beim Pflücken der Knospen solle man jedoch die Kostbarkeit der Knospen für Pflanzen berücksichtigen und vorsichtig ernten. In der Molekularbiologie wisse man, dass man Pflanzen Informationsträger seien. Die Knospe habe daher das größte Zellheilungspotenzial der Pflanze und hier sei ganz viel Information enthalten.

Die „Guten Morgen Österreich“-Experten

  • Orphelia Herdits-Riemer, Botanikerin
  • Theresia Maier-Dobersberger, Internistin