Projekt Deutschland "Bunte Gärten"

APA/dpa-Zentralbild/Michael Reichel

Integration: Jobmöglichkeiten für Flüchtlinge

Es gibt viele Faktoren, die zu einer gelungenen Integration führen. Einer davon kann Arbeit sein. Bisher braucht es Ausnahmeregelungen, damit Asylwerber arbeiten dürfen. Immer mehr Unternehmen fordern nun eine sofortige Möglichkeit zur Eingliederung von Asylwerbern in den Arbeitsmarkt.

Die Ausübung eines Berufes fördere die Integration mehr als Deutsch- und Wertekurse allein. Außerdem ließen sich so Lehrstellen besetzen, die schon länger offenstehen, sind sich Unternehmen sicher. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen Job zu finden und auch, um einen Job anzubieten? Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der Arbeitssuchenden in Österreich kontinuierlich an, gleichzeitig stellen tausende Flüchtlinge noch heuer einen Asylantrag. Viele Asylwerber sind nicht besonders gut ausgebildet, laut AMS haben etwa zwei von drei Syrern nur einen Pflichtschulabschluss. Was also kann getan werden, um ausreichend Jobs vergeben zu können?

Der Weg zur Beschäftigung

Zunächst gilt es, die Formalitäten unter die Lupe zu nehmen. Asylwerberinnen und Asylwerber, deren Asylantrag in Prüfung genommen wird, erhalten zunächst eine „Verfahrenskarte“, in weiterer Folge dann eine Aufenthaltsberechtigungskarte, die den legalen Aufenthalt in Österreich dokumentiert. Für die Aufnahme einer Arbeit ist eine Beschäftigungsbewilligung erforderlich. Sie wird Asylwerbern in aller Regel nur für Saisonarbeit im Gastgewerbe oder in der Landwirtschaft erteilt, für die Dauer von sechs Monaten. Asylwerberinnen und Asylwerber, die einen Anspruch auf Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz erworben haben, können auch eine reguläre, einjährige Beschäftigungsbewilligung erhalten. Werkverträge müssen bewilligt werden, was nur dann geht, wenn sie einfache Tätigkeiten zum Inhalt haben. Wer seine Kenntnisse erweitern oder Fertigkeiten für die Praxis erwerben will, kann ohne Arbeitspflicht und ohne Entgeltanspruch bis zu drei Monate beschäftigt werden, in Form eines Volontariats. Subsidiär schutzberechtigt sind Personen, denen dieser Status nach einem abweisenden Asylverfahren für eine bestimmte Zeit zuerkannt wird. Sie benötigen keine Beschäftigungsbewilligung.

Erste Projekte erfolgreich umgesetzt

Einige Betriebe in Wien haben sich bereits auf die Arbeit mit Menschen, die erst seit kurzem hier sind, spezialisiert. So das Magdas Hotel, ein ehemaliges Seniorenheim im 60er-Jahre-Stil, in dem 20 Asylberechtigte zu normalen kollektivvertraglichen Löhnen arbeiten. Oder das Restaurant „Habibi & Hawara“ in der Wiener Innenstadt, in dem 29 Menschen aus verschiedenen Ländern beschäftigt werden, die eines gemeinsam haben: einen positiven Asylbescheid.

Was die größten Schwierigkeiten für Menschen, die neu in Österreich sind, bei der Jobsuche sind und in welcher Hinsicht eine Arbeitsstelle bei der schnellen Integration hilft, erklären unsere Experten im Studio.

Die „Guten Morgen Österreich“-Experten