ESC Sign-In Casting
ORF/Klaus Titzer

Musik-Performance in Gebärde

Nicht nur Musikerinnen und Musiker müssen europaweit derzeit Castingprozesse überstehen, um sich für den 70. Eurovision Song Contest zu qualifizieren. Auch jene, welche die Musik des Bewerbs für gehörlose Menschen in Bewegungen übertragen, stehen derzeit im Wettbewerb. So kamen 13 sogenannte Sign-Performerinnen und -Performer jüngst im ORF-Zentrum zum Casting zusammen.

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Vergangenen Freitag fand am ORF-Mediencampus ein Casting für Sign-Performerinnen und -Performer aus der internationalen Gehörlosen-Community statt. 13 Teilnehmende bewiesen dabei ihre künstlerische Kompetenz und dürfen nun auf einen Einsatz beim 70. Eurovision Song Contest in Wien hoffen. Ihre Aufgabe wird dann sein, die Songs der teilnehmenden ESC-Acts in International Sign zu performen.

Bereits seit 2015 ist die Sign-Perfomance ein Teil des barrierefreien Angebots beim Eurovision Song Contest. Als erster öffentlich-rechtlicher Sender, der bei einem Song Contest die dargebotenen Titel mit Sign-Performance produziert hat, war der ORF maßgeblich bei der Etablierung dieses Services beteiligt.

Vielfalt, Inklusion, Zusammenhalt

ESC-Executive-Producer Michael Krön: „Wir wollen den Song Contest in Wien allen Menschen zugänglich machen. Das entspricht nicht nur dem öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF, sondern ist auch ein Bekenntnis dazu, wofür der Eurovision Song Contest seit Jahrzehnten steht: für Vielfalt, Inklusion und europäischen Zusammenhalt. Die Song-Performance in International Sign ist ein großartiges, kreatives Ausdrucksmittel der Songbeiträge des ESC und eine Bereicherung für unser umfassendes barrierefreies Angebot. Ich gratuliere allen 13 Teilnehmenden des Castings im ORF für ihre außergewöhnlichen Performances und freue mich auf die Beiträge im Mai.“

Das Casting basiert auf einer Initiative der ORF-Abteilung Barrierefreiheit und Inklusion. Judith Weissenböck, Leiterin des Projekts Sign-Performance, und Robert Ziegler, Abteilungsleiter Barrierefreiheit und Inklusion, sagen dazu: „Die ersten Einblicke in das Können der Bewerberinnen und Bewerber zeigen, welche Qualität sich in dieser relativ jungen Kunstform bereits entwickelt hat. Wir freuen uns sehr, diesen Künstlerinnen und Künstlern die größtmögliche Bühne bieten zu können – ein wesentlicher Beitrag für einen inklusiven Song Contest.“

Eigenständige Inszenierung

Für die Gekürten geht es bereits am 31. Jänner los, stehen vor dem eigentlichen ESC-Einsatz doch noch mehrere Workshops zur künstlerischen Darstellung und dem körperlichen Ausdruck an. Schließlich bedeutet Sign-Performance nicht nur, den gesungenen Text zu übersetzen, sondern den gesamten Song in eine eigenständige Inszenierung zu übertragen, die Elemente wie Bewegung, Mimik und Tanzelemente enthält.