Antigoni aus Zypern
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Von „Love Island“ zum Song Contest

Sex-Appeal aus Zypern, Soul aus der Schweiz, ein Chartstürmer aus Malta: Die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Eurovision Song Contests in Wien stehen fest.

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Auch wenn es noch mehr als 100 Tage sind, bis mit den Worten „Good Evening, Europe!“ der 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle eingeläutet wird: Immer mehr Länder geben ihre Vertreterinnen und Vertreter beim größten Musikwettbewerb der Welt bekannt. Und diese Liste ist auch dieses Jahr wieder so vielfältig wie die europäische Musikszene.

Auf den Spuren von Adele

Bereits Anfang November wurde bekannt, dass der zypriotische Rundfunk CyBc die britisch-zypriotische Sängerin Antigoni nach Wien schickt – und damit eine große Portion Sex-Appeal. Immerhin hat sie 2022 an der britischen Version der Kuppel-Show „Love Island“ teilgenommen.  

Schon als Teenager begann sie mit dem Songwriting, mit 14 Jahren unterschrieb sie ihren ersten Publishing-Vertrag. Später besuchte sie die renommierte BRIT School, aus der bereits Künstlerinnen wie Adele oder Amy Winehouse hervorgegangen sind. Welches Lied sie singt, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

Der Jungspund aus Albanien

Der 21-jährige Alis hat sich kurz vor Weihnachten bei der nationalen albanischen Vorentscheidung „Festivali i Këngës“ durchgesetzt. Mit seinem Lied „Nân“ konnte er sowohl das Jury- als auch das Publikumsvoting für sich entscheiden. Er spielt Klavier und Gitarre und experimentiert nach eigener Angabe gerne mit unterschiedlichen Stilen.

Alis aus Albanien
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Alis will in Wien mit seinem Lied „Nân“ überzeugen

Trotz seines jungen Alters hat er in seiner Heimat bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich: Nach dem Sieg der fünften Staffel von „X Factor Albania“ hat er es schon letztes Jahr bei der albanischen Vorentscheidung zum ESC versucht und wurde Dritter. Statt eines großen Auftritts in Basel landete er dann aber mit „Sta Kam Than“ einen Sommerhit in Albanien.

Die Favoritin aus Montenegro

Nur kurz nach Albanien hat der montenegrinische Rundfunk RTCG mit „Montesong“ seine nationale Vorentscheidung abgehalten. Klare Favoritin unter den 15 Teilnehmenden – sowohl für die Jury als auch für das Publikum – war Tamara Živković mit dem Titel „Nova Zora“.

Tamara Živković aus Montenegro
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Die Musikstudentin Tamara Živković geht für Montenegro ins Rennen

Für Živković, die in Belgrad Musik studiert, war es nicht der erste Triumph: Von „Glas Boke“ bis „Zvezde Granda“ und von „Pinkove Zazbri“ bis „Naša Radost“ hat sie schon zahlreiche regionale Musikshows für sich entschieden – nun versucht sie es auf der Bühne des ESC.

Georgien: Vom kleinen zum großen Song Contest

Für Georgien gehen dieses Jahr „Bzikebi“ ins Rennen um den Sieg. Welches Lied das Trio in Wien präsentieren will, steht noch nicht fest. Für Giorgi Shiolashvili, Mariam Tatulashvili und Mariam Kikuashvili ist die Song-Contest-Luft nicht unbekannt: Immerhin haben sie 2008 im Alter von nur zehn Jahren den Junior Eurovision Contest gewonnen.

Bzikebi aus Georgien
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Haben schon den Junior Song Contest gewonnen: "Bzikebi"

„Bzikebi“ ist übrigens nicht der erste Gewinner des Junior-Bewerbs, den Georgien zum großen Song Contest schickt: Im Jahr 2023 in Liverpool war mit Iru eine Teilnehmerin auf der Bühne, die 2011 als Mitglied der Girl-Group „Candy“ den „kleinen“ Bewerb gewonnen hatte.

Douze Points für Moldau

Nach einer einjährigen Pause nimmt auch Moldau dieses Jahr wieder am ESC teil – mit jeder Menge Selbstbewusstsein: Gewinner der nationalen Vorentscheidung wurde Satoshi mit dem Titel „Viva, Moldova!“. Er bekam im Finale dreimal zwölf Punkte: Vom Telefonvoting, einer nationalen und einer internationalen Jury.

Satoshi aus Moldau
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Satoshi blickt hoffnungsvoll in die ESC-Zukunft

Der Sänger, Songwriter und Rapper stammt aus der Cahul im Südwesten Moldawiens. Er brachte sich selbst das Schlagzeugspielen bei. 2019 startete er als Satoshi und hat seitdem drei Alben und zahlreiche Hit-Singles veröffentlicht.

Ein Cowboy aus Malta

Nachdem Miriana Conte im letzten Jahr jede Menge Frauen-Power auf die Bühne brachte, wird es dieses Jahr deutlich anders: In der nationalen Vorentscheidung setzte sich AIDAN mit dem Lied „Bella“ durch. Dabei gewann er die Jurywertung, beim Publikum landete er auf Platz zwei.

AIDAN aus Malta
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Showdown beim Song Contest: AIDAN aus Malta

AIDAN ist einer der erfolgreichsten Künstler des Inselstaats und hat die größte Halle des Landes bereits mehrmals ausverkauft. Mit seinem Lied „Ritmu“ wurde er 2022 bei der nationalen Vorentscheidung Zweiter – stürmte damit aber die nationalen Airplay-Charts.

Die Schweiz schickt ihr „bestes Talent“

Wie der Schweizer Rundfunk SRF am 20. Jänner bekanntgegeben hat, wird die 28 Jahre alte Sängerin und Songwriterin Veronica Fusaro ihr Land beim Song Contest vertreten. Mit welchem Lied sie antreten wird, soll erst am 11. März bekanntgegeben werden.

Veronica Fusaro aus der Schweiz
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Unsere Nachbarn versuchen es auch dieses Jahr wieder alternativ

Bereits 2016 kürte sie der Schweizer Jugendsender SRF 3 zum „besten Talent“. Seitdem macht sie Alternative Pop mit ordentlich Gitarre und Soul und hat damit mehr als 500 Konzerte gespielt – unter anderem in Glastonbury oder beim Montreux Jazz Festival. Mit ihrem Debütalbum „All the Colors of the Sky“ erreichte sie 2023 Platz fünf der Schweizer Albumcharts.

Noam Bettan und die „Höhle des Löwen“

Der 27 Jahre alte Noam Bettan wird Israel beim diesjährigen Song Contest in Österreich vertreten. Er setzte sich im Finale der Fernsehshow „Ha-kochav ha-ba“ („Der nächste Star“) gegen weitere Kandidaten durch. Über die Song-Contest-Teilnahme Israels hatte es eine monatelange Debatte gegeben. Der Singer/Songwriter Bettan stammt aus einem Vorort von Tel Aviv und kommt aus einer französisch-stämmigen Familie.

Noam Bettan
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Noam Bettan vertritt Israel beim 70. Song Contest in Wien

Medien zufolge beschreibt Bettan die Teilnahme an dem Musikwettbewerb mit den Worten: „Es ist, als würde man sich in die Höhle des Löwen begeben.“ Die israelischen Kandidatinnen der Vorjahre waren zum Teil heftig angefeindet und ausgebuht worden.

Die meisten Länder haben sich noch nicht entschieden

Doch auch abseits der bereits bekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmer tut sich in der ESC-Bubble eine Menge: Länder wie Dänemark, Lettland, Litauen, Italien, Schweden, die Ukraine, Kroatien, Serbien, Estland, Luxemburg, Griechenland, Bulgarien, Polen, Finnland, Deutschland und Norwegen haben bereits die Teilnehmerlisten für ihre nationalen Vorentscheidungen bekanntgegeben, die in den nächsten Wochen stattfinden werden.

Genauso wie Österreich: Auch wir bestimmen unseren Vertreter dieses Jahr wieder mit einer großen Fernsehshow. Am Freitag, dem 20. Februar, heißt es für zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 20.15 Uhr in ORF 1 „Vienna Calling – Wer singt für Österreich?“.

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