
Dok 1
Google an der Enns - Der Streit ums Rechenzentrum
Google baut in Kronstorf in Oberösterreich ein gigantisches Rechenzentrum - 70 Fußballfelder groß und mit enormem Verbrauch an Strom, Wasser und Boden. Pro Sekunde werden künftig 200 Liter Wasser aus der nahen Enns zur Kühlung der Server entnommen, nur ein Teil davon fließt - erwärmt - wieder zurück in den Fluss, der Rest verdampft. Gerechnet wird mit einem Stromverbrauch, der jenen von 900.000 privaten Haushalten entspricht.

Jetzt wächst der Widerstand der Gegnerinnen und Gegner - denn moderne Rechenzentren wie jenes in Kronstorf werfen immer mehr Fragen auf. Fragen, auf die es von Politik und Technologie-Unternehmen kaum Antworten gibt.

Intransparenz und Geheimniskrämerei begleiten auch das Projekt in Kronstorf seit dem Spatenstich im April 2026, den Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landesrat Markus Achleitner und Google Österreich Chefin Christine Antlanger-Winter medienwirksam feierten. Für ein Interview standen sie Dok 1 allerdings nicht zur Verfügung.

Hanno Settele macht sich dennoch auf die Suche nach Sinn und Unsinn der sogenannten Hyperscaler: Was bringt uns das Google-Rechenzentrum in Oberösterreich? Welchen Schaden richten Rechenzentren an? Wie lassen sich solche Ressourcenfresser in Zeiten von Dürre und Stromengpässen rechtfertigen? Wie transparent sind Bau und Betrieb der Superrechner? Und wie funktionieren die Dinger überhaupt?

In Kronstorf begibt sich Hanno Settele auf Spurensuche und trifft Bürgermeister Christian Kolarik, der das Projekt seit 18 Jahren begleitet. Er besucht eine Kundgebung einer Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau des Google-Rechenzentrums wehren will und schaut auf einen Sprung ins Cafe Erika, um die Stimmung im Dorf auszuloten.

Widerstand gegen Rechenzentren und fehlende Transparenz rund um diese Projekte findet man rund um den Globus. In der Nähe von Washington besucht Dok 1 die Region mit der höchsten Dichte an Rechenzentren weltweit. Wie geht die Bevölkerung dort damit um, dass ein Rechenzentrum nach dem andern in der Nachbarschaft entsteht?

In Frankfurt war eine lokale Bürgerinitiative, initiiert von zwei Pensionisten, erfolgreich: Ein Rechenzentrum wurde dort vorläufig verhindert.

Und in Wien darf Hanno Settele ein bereits bestehendes, wenn auch viel kleineres Rechenzentrum, besuchen.

Der Streit um die Rechenzentren wird jedenfalls heftiger, denn der Bedarf durch Künstliche Intelligenz treibt die notwendigen Rechenleistungen in die Höhe. Und wie neu angedachte Projekte in Nickelsdorf, Leopoldsdorf oder Stetten zeigen - der Streit ums Rechenzentrum ist noch lange nicht vorbei.
