
Dok 1
Nach dem Sturz - Die Opfer der Streif
Mit dem Start der neuen Weltcup-Saison ist auch die Sicherheitsdiskussion im Skizirkus neu entbrannt. Verschärft wurde sie durch zuletzt brutale Stürze und durch tragische Todesfälle. Der Italiener Matteo Franzoso stirbt beim Training in Chile. Die 19-jährige Matilde Lorenzi erliegt ihren Verletzungen nach einem Trainingssturz am Schnalstaler Gletscher in Südtirol.

In der Woche der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel mit der legendären Streif-Abfahrt stellt sich Lisa Gadenstätter in ihrer neuen Dok 1 die Frage, was nach einem schweren Sturz passiert. Welche Erinnerungen haben die Fahrer? Was wird getan, um das Risiko auf der Streif so gering wie möglich zu halten? Und welches ausgeklügelte Rettungssystem steckt hinter der gefährlichsten Abfahrt der Welt?

Lisa trifft drei Athleten, die auf der Streif schwer gestürzt sind: Der Deutsche Jacob Schramm, der Österreicher Hans Grugger und der Schweizer Daniel Albrecht lassen Lisa in ihr Leben nach dem Sturz blicken.

Der 26-jährige Jacob Schramm zieht sich im Training auf der Streif 2025 eine komplexe Knieverletzung zu. In beiden Knien reißen die Kreuzbänder, das linke Knie luxiert, Seitenbänder und Muskelstrukturen reißen. Die ersten Wochen sitzt Jacob im Rollstuhl. Lisa trifft ihn beim Athleten-Training in Berchtesgaden und erfährt, wie hart der Weg zurück ist.

Der Österreicher Hans Grugger verunglückt 2011 lebensbedrohlich in der Mausefalle. Nach einer mehrstündigen Notoperation wird er in ein künstliches Koma versetzt. Lisa Gadenstätter trifft Grugger in seinem Zuhause in Bad Ischl. Der 43-Jährige erzählt über die schwere Zeit der Genesung, seine Konzentrationsprobleme und wie er es geschafft hat, Matura und Studienberechtigungsprüfung nachzuholen. Heute ist Hans Grugger Lehrer für Geografie und Sport in der Sportmittelschule Ebensee.

Der Schweizer Daniel Albrecht hätte 2009 die Fahrt auf der Streif ebenfalls beinahe mit seinem Leben bezahlt. Albrecht knallt nach einem 70 Meter weiten Zielsprung brutal auf die Piste, liegt drei Wochen mit einem Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma. Wie ein Kleinkind muss er danach alles neu erlernen.

Lisa Gadenstätter besucht den 42-Jährigen in seinem Heimatort Fiesch in der Schweiz. In seiner neuen Karriere steckt Albrecht seinen Ehrgeiz in den Bau nachhaltiger Häuser. Mit seinen sogenannten Mondhäusern, die komplett aus regionalem Holz bestehen und bei abnehmendem Mond geschlagen wurden, hat er sich einen Traum erfüllt.

Außerdem stellt sich Lisa Gadenstätter die Frage: wie kann man Pisten noch sicherer machen? Kitzbühel gilt als Vorzeigebeispiel in Sachen Sicherheit. Das zeigt sich Lisa auch bei einem exklusiven Blick hinter die Kulissen der Sicherheitsgeneralprobe in Kitzbühel. Und sie ist bei einer besonderen Vermessung dabei. Kurt Schindelwig von der Universität Innsbruck vermisst im Auftrag der FIS im Vorfeld der Streif alle Sprünge, um ihre Weite zu berechnen. Ist die Gefahr für die Athleten zu groß, dann greift das Pistenteam ein und entschärft.

Aber was ist mit den anderen Strecken? Lisa Gadenstätter spricht mit dem internationalen Skiverband FIS über die allgemeine Sicherheitslage. Denn vor allem nach dem tragischen Todesfall des Italieners Matteo Franzoso beim Training in Chile, wird die Kritik an den Sicherheitsstandards im Skizirkus immer stärker. Welche Verantwortung kommt hier auf die FIS und die nationalen Verbände zu? Welche Neuerungen im Sicherheitsbereich sind geplant und wie berechtigt ist die Kritik, die FIS würde hier zu langsam reagieren?
Zum Schluss der Dok 1 kommt es dann noch zu einer emotionalen Begegnung. Hans Grugger trifft auf den behandelnden Notarzt, der ihm vor 15 Jahren auf der Streif das Leben gerettet hat.