
Dok 1
Österreich ohne Bundesländer!?
Für die einen ist er gelebte Bürgernähe, für die anderen ein milliardenschweres Bürokratiemonster - der österreichische Föderalismus.

Braucht ein kleines Land wie Österreich wirklich neun Bundesländer mit neun Landtagen, neun Gesundheitsverwaltungen, neun Bauordnungen oder neun Camping-Verordnungen?
Die Verwaltungskosten liegen hierzulande deutlich über dem EU-Durchschnitt, durch die Abschaffung der Doppelgleisigkeiten könnten wir jährlich mehrere Milliarden Euro sparen, so das Urteil von Experten und Expertinnen.

Für Dok 1 taucht Lisa Gadenstätter in das Kompetenzwirrwarr ein und stellt eine provokante Frage: Brauchen wir sie wirklich, unsere neun Bundesländer?
Zur Seite steht ihr dabei Ökonom Michael Steiner - mit Rechner und Rotstift geht es bei ihm um die nackten Zahlen: Wie viel kosten uns die Landtage, der Bundesrat, das föderalistisch organisierte Gesundheitswesen? Innenpolitik-Expertin Anneliese Rohrer analysiert die Machtverteilung und den Beziehungsstatus zwischen Bund und Ländern.

Abseits des Geldes bringen die Bundesländer emotionale Bindung und regionale Selbstbestimmung. Schafbauer Andreas Knapp in Tirol will selber darüber bestimmen, was auf seinen Weiden passiert.
Der niederösterreichische Seniorenstammtisch in Neulengbach kann sich sein Bundesland ohne eigene Hauptstadt nicht mehr vorstellen (auch wenn deren Errichtung fast eine halbe Milliarde Euro gekostet hat). Und wie kommt der Vorschlag an, ein einheitliches KFZ-Taferl für ganz Österreich zu schaffen?

Außerdem will Lisa Gadenstätter wissen, welche gesetzlichen Kuriositäten Familie Eckert in einem Haus erlebt, das in zwei Bundesländern gleichzeitig steht und trifft Erwin Göschl, der daran scheitert, für seine Mutter „Essen auf Rädern“ zu organisieren. Was seinem Vorhaben im Weg steht? Eine Grenze - die zwischen Niederösterreich und dem Burgenland.

In dieser Dok 1 geht Lisa Gadenstätter der ewigen österreichischen Frage nach: Neun Bundesländer - warum eigentlich?