Lisa Gadenstätter steht mit den Händen in den Taschen einer Winterjacke auf einer belebten Stadtstraße, während Autos und Gebäude den Hintergrund bilden.
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In Österreich fühlt sich jede dritte Person durch Verkehrslärm belastet – am häufigsten durch Autolärm.

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RUHE BITTE!!! Was Lärm mit uns macht

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Lärm zählt laut WHO zu den größten Umwelt-Krankheitsauslösern unserer Zeit. Zu viel Lärm stört den Schlaf, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kann Tinnitus begünstigen und beeinflusst die geistige Entwicklung von Kindern. Millionen Menschen sind täglich betroffen.

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Im Bild: Lisa Gadenstätter will wissen, wie schädlich Lärm für uns alle sein kann.

Auch in Österreich ist Lärm für viele Menschen eine dauerhafte Belastung: Laut Statistik Austria fühlen sich 37 Prozent der Bevölkerung, also mehr als ein Drittel, in der eigenen Wohnung durch Lärm gestört. Lisa Gadenstätter geht der Frage nach, welche Lärmquellen als besonders belastend empfunden werden – und was ständige Beschallung mit Körper und Psyche macht.

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Im Bild: Ermin A. wohnt mit seiner Familie direkt neben der U6. Die Züge fahren im Minutentakt an seinem Fenster vorbei.

Sie trifft Menschen, die tagtäglich mit Lärm leben müssen: Emin A. wohnt mit seiner Familie direkt neben der U6. Im Minutentakt rasen die Züge mit bis zu 80 km/h an seinem Fenster vorbei. Ernst Czerny lebt seit 25 Jahren am Wiener Gürtel – so wie rund 80.000 andere Menschen. Für ihn wirkt es, als hätten viele Autofahrer längst vergessen, dass der Gürtel nicht nur Verkehrsader, sondern auch Wohnraum ist.

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Im Bild: Wolfgang Stabauer fühlt sich vom Lärm der angrenzenden Sporthalle gestört.

In Linz spricht Lisa Gadenstätter mit AnrainerInnen einer Sportmittelschule. Seit dem Ausbau der Sporthalle vor zwei Jahren finden dort regelmäßig Veranstaltungen statt – mit Fangesängen, Trillerpfeifen und lautem Publikum. Für das Ehepaar Kirchmayr und ihre Kinder ist die Situation zunehmend belastend. Sie denken bereits daran, ihr Haus zu verkaufen.

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Im Bild: Ingeborg Eberharter versucht, den Lärm des benachbarten Heizwerks mit Trommeln auszublenden.

Doch Lärm muss nicht immer ohrenbetäubend laut sein, um krank zu machen. Oft liegt es an bestimmten Frequenzen oder permanenten Geräuschen, die Menschen um den Schlaf bringen und an ihre Grenzen führen. Ingeborg Eberharter aus Neumarkt in der Steiermark kämpfte jahrelang mit dem Lärm eines benachbarten Heizwerks.

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Im Bild: Alfred Snopek lebt neben dem Bahnhof von Sankt Andrä-Wördern und fühlt sich von einer Wendegleisanlage gestört.

Mehr als vier Jahre hinweg war sie dauerhaften Surren ausgesetzt. Alfred Snopek und Doris Bremberger leben direkt neben dem Bahnhof St. Andrä-Wördern. Ihnen macht aber nicht der Zugverkehr zu schaffen, sondern jene Garnituren, die mit laufenden Motoren am Gleis stehen und auf die Abfahrt warten. Das ständige Surren verfolgt die beiden in den Schlaf.

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Im Bild: Florian Aigner hat als Schlosser sein Leben lang im Lärm gearbeitet - das hatte für sein Gehör dramatische Folgen.

Florian Aigner, heute 42 Jahre alt, arbeitet seit seinem 16. Lebensjahr als Schlosser im Rohrbau. An Gehörschutz denkt, als er zu arbeiten beginnt, kaum jemand. Das hat dramatische Folgen: Inzwischen ist Florian Aigner durch Tinnitus und Geräuschempfindlichkeit nicht mehr arbeitsfähig.

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Im Bild: Schalltechniker Harald Graf-Müller überprüft mit Lisa Gadenstätter die Wirkung einer Lärmschutzwand.

Lisa Gadenstätter begibt sich auf die Suche nach den Ursachen und Auswirkungen von Lärm – und geht der Frage nach, ob und wo wir in einer schnelllebigen, lauten Welt der Dauerbeschallung überhaupt noch Ruhe finden können.