Drehtagebuch

"Herr Ostrowksi sucht das Glück im Sex"

Eine ORF-Praktikantin schildert ihre Erlebnisse am Set von "Herr Ostrowski sucht das Glück". Witzig, schräg und humorvoll ist nämlich nicht nur die Sendung, sondern waren auch die Drehtage selbst.

Auf die Knie …

Es ist Punkt 12 Uhr. Redakteurin Barbara dreht sich am Schreibtisch zu mir rüber und meint: „Wir müssen jetzt weg! Wir müssen zur Domina.“ Ja, ganz richtig gelesen, wir fahren heute zu einer Peitschenfrau. Denn heute sucht Herr Ostrowski sein Glück im Sex, genauer gesagt bei Madame Queen. Um etwaigen Verwechslungen vorzubeugen: es handelt sich dabei nicht um das adelige, in die Jahre geratene Exemplar aus Großbritannien, sondern um eine Königin für alle devoten sexuellen Wünsche. Beim Haus der Domina angekommen, wundern wir uns selbst über unsere entschlossenen Schritte die Stufen runter in das Verlies des Schreckens, in das Reich von Madame Queen.

Harnröhrenerweiterung

Ich sehe eine sympathische blonde Frau, sie steht neben einem gynäkologischen Stuhl. Daneben liegt aufgeschlagen ein Werkzeugset der ganz besonderen Art. Ist sie etwa doch keine Domina, sondern eine Geburtshelferin? Nun beginnt Madame Queen, mit Michael über Harnröhrenerweiterungen zu sprechen, und verbalisiert Praktiken der scheinbaren Beglückung, von denen wir alle noch nie gehört haben – und eigentlich auch gar nicht hören wollten. Spätestens jetzt spüre ich ein flaues Gefühl im Magen. Ich wurschtle mich durch die herabhängenden Ketten und Dildos zum Ausgang, denn ich muss dringend an die frische Luft. Was zu viel ist, ist zu viel.

In den Käfig!

Es folgen zwei Stunden Männerquälerei nach Art des Hauses. Michael wird gefesselt, auf der Streckbank bearbeitet und in einen Käfig gesperrt. Richtig glücklich sieht er ja nicht gerade aus, als er in Latexhose und High Heels in seinem Käfig hockt. Auch die Sadomaso-Haube zaubert kein Lächeln auf sein Gesicht. Doch wer seinen Text nicht gut kann, muss eben fühlen ...