
Arena Wien - 50 Jahre Protestkultur
Wenn die Arena Wien Geburtstag feiert, werden Haltung, Erinnerung, Widerstand und Musik zelebriert. Seit der Besetzung des ehemaligen Auslandsschlachthofs 1976 steht die Arena für selbstverwaltete Kultur, Offenheit und Bewegung – ein Ort, an dem laut und frei gedacht, gespielt und gelebt wird. 50 Jahre später ist sie aus der Wiener Kulturlandschaft nicht wegzudenken.

Zum Jubiläum treffen die bewegte Geschichte der Arena und das 20-jährige Bestehen von 5/8erl in Ehr’n aufeinander: Die Band prägt mit Soul und Mundart den Sound der Stadt und steht – wie die Arena selbst – für musikalische Freiheit, Humor und Tiefgang.
Der Journalist und einstige Arena-Besetzer Armin Thurnher sieht in der Besetzung der Arena 1976 das Wiener Pendant zur 68er-Bewegung in anderen Ländern. Auf dem weitläufigen Gelände des Auslandsschlachthofes in St. Marx hatten die Wiener Festwochen seit 1970 Theateraufführungen veranstaltet. 1976 sollte damit Schluss sein und das Areal verkauft werden. Doch nach der letzten Vorstellung wurde das Gelände besetzt – eine Initiative, die von der Stadt Wien vorerst geduldet wurde. Es folgte ein Sommer des Lernens: In endlosen Plenarsitzungen wurde Basisdemokratie geübt, das erste Frauenhaus Wiens fand hier eine Heimstätte, Künstler:innen und verschiedene Gruppierungen wurden von der besonderen Atmosphäre angezogen. Im Herbst 1976 war damit Schluss, noch im Oktober begann der Abriss des Areals.

Als Alternative wurde den Besetzer:innen das wesentlich kleinere Areal des Inlandsschlachthofes zugesprochen. Für viele war das eine herbe Niederlage. Dennoch übernahm eine kleine Gruppe die Schlüssel für den neuen Standort, die „Arena 77“.
Die Arena etablierte sich seither als Kulturzentrum und legendärer Veranstaltungsort: Patti Smith, Alice Cooper, Nirvana, Katy Perry, Ringo Starr und Snoop Dogg sind einige der bekannten Namen, die in der Arena aufgetreten sind. Die Arena ist aber nicht nur ein Ort der Superstars – auch Newcomer bekommen hier eine Chance.
Dabei hat sich die Arena über all die Jahre seit 1976 etwas Entscheidendes bewahrt: Bis heute wird sie von einem Verein betrieben, der autonom und basisdemokratisch agiert.
Gestaltung
Adriana Thunhart
