
Alltagsgeschichte
Im Park
Im Park findet man jene Atmosphäre, die Wien für viele Fremde so liebenswert macht: eine Mischung aus Schmäh, Bosheit, Grant, Melancholie, Eitelkeit, Charme und Witz. Ob das auch für die Wiener der Grund ist, in die Parkanlagen zu gehen? Dieser Frage geht Elizabeth T. Spira in dieser 1991 entstandenen Folge ihrer Dokumentarreihe „Alltagsgeschichte“ nach.

Gemeinsam mit Kameramann Martin Wolf war sie an den grünen Orten des Geschehens, sowohl in der vornehmen Innenstadt-Parkanlage als auch in den Beserlparks der Vorstadt. Für die einen ist der Park ein Ort der Beschaulichkeit und Einsamkeit, für die anderen ein Ort geselligen Beisammenseins, für die einen ein Kaffeehaus- und Heurigenersatz, für manche eine Oase inmitten des Großstadtlärms.

Für den Schauspieler ein Ort des Gesehen- und Erkanntwerdens, für den Obdachlosen ein Schlafplatz, für Alte mit kleiner Geldbörse ein Wartezimmer zwischen Mittagessen und Abendfernsehen.

Für Gastarbeiter Ersatzheimat, für manchen Einheimischen Heimatrecht-Verteidigungsort. Für Junge und Junggebliebene Ort süßer Erlebnisse und Erinnerungen, für andere Ort des Neides und Ärgers.
Elizabeth T. Spira besuchte den Schönbrunner Schlosspark, den Herderpark, Burggarten und Volksgarten, den Ressel-Park beim Karlsplatz, Märzpark, Arenbergpark, „Beserlpark" vor dem Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf und den Stadtpark.